Mitgliedschaft schon 2028

Montenegro vor EU-Beitritt – Brüssel macht jetzt Tempo

Die EU könnte 2028 ein neues Mitglied bekommen: Montenegro steht kurz vor dem Abschluss der Beitrittsverhandlungen.
04.11.2026, 16:54
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Die EU könnte bald von 27 auf 28 Mitgliedstaaten wachsen. Montenegro hat nach Angaben eines hochrangigen EU-Vertreters sämtliche noch ausstehenden Beitrittskriterien erfüllt. Das wurde am Mittwoch bei einem Hintergrundgespräch in Brüssel bekannt.

Noch in diesem Jahr sollen die letzten Verhandlungskapitel abgeschlossen werden. Die EU-Kommission will die Arbeiten am Beitrittsvertrag bereits im Frühjahr 2027 beenden. Unterschrieben werden könnte das Abkommen dann im Sommer. Läuft alles nach Plan, könnte Montenegro 2028 der Europäischen Union beitreten.

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Jetzt müssen die EU-Staaten entscheiden

Aus Sicht der EU-Kommission hat Montenegro seine Hausaufgaben gemacht. Das Land sei "bereit", erklärte ein hochrangiger EU-Vertreter. Die Arbeit der Kommission sei damit erledigt, nun liege die Entscheidung beim Rat der EU.

Allerdings gibt es noch politische Hürden. So hatte zuletzt etwa Kroatien Vorbehalte gegen die Aufnahme Montenegros geäußert.

Stocker unterstützt Erweiterung

Österreich setzt sich für einen EU-Beitritt der Westbalkan-Staaten ein. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) hatte Montenegro erst vor rund zwei Wochen bei einem Besuch im Küstenort Sveti Stefan Unterstützung zugesichert.

Österreich sei "ein verlässlicher Partner des Westbalkans", betonte Stocker damals. Gleichzeitig mahnte der Kanzler, dass für eine erfolgreiche Annäherung an die EU auch "historische Gräben überwunden werden" müssten.

Auch Albanien macht Fortschritte

Neben Montenegro kommt auch Albanien auf seinem Weg in die EU voran. Das Land habe bereits "signifikante Fortschritte erzielt", erklärte der EU-Vertreter. Im kommenden Jahr sollen nach den Plänen der EU-Kommission die noch offenen Verhandlungsbereiche abgeschlossen werden.

Dafür müsse Albanien allerdings weiter Reformen umsetzen. Entscheidend sei, dass "die Reformdynamik aufrechterhalten und ein inklusiver politischer Dialog gefördert werden".

Ukraine und Moldau sollen folgen

Auch Moldau könnte in den kommenden Jahren einen entscheidenden Schritt Richtung EU-Mitgliedschaft machen. Laut Kommission hat das Land bereits die Voraussetzungen erfüllt, um sämtliche noch ausstehenden Verhandlungscluster zu eröffnen.

Brüssel bescheinigt Moldau "sehr substanzielle Fortschritte". Die Beitrittsverhandlungen sollen nach den derzeitigen Plänen bis Anfang 2028 abgeschlossen werden.

Für die Ukraine peilt die EU-Kommission ebenfalls einen Abschluss der Verhandlungen bis Ende 2028 an. Voraussetzung dafür sind weitere Reformen, insbesondere bei der Rechtsstaatlichkeit und der Korruptionsbekämpfung.

red, 04.11.2026, 16:54