Wer dringend eine MRT-Untersuchung braucht, kennt das Dilemma. Wer zahlt, kommt auf die Überholspur, "normale" Versicherte warten sehr lange.
Eine neue Erhebung des Marktforschungsinstituts MARKET im Auftrag der Österreichischen Sozialversicherungsträger zeigt: Bei einem Kassentermin beträgt die durchschnittliche Wartezeit derzeit rund 20 Tage. Wer privat bezahlt, wartet hingegen im Schnitt nur 5,1 Tage.
Damit kommen Selbstzahler im Durchschnitt rund viermal schneller dran. Der Zeitgewinn hat allerdings seinen Preis: Für eine privat bezahlte MRT-Untersuchung werden im Schnitt rund 335 Euro fällig.
Auch das Angebot für Selbstzahler wird sichtbarer. Rund 25 Prozent der untersuchten Institute weisen mittlerweile auf ihrer Website auf die Möglichkeit einer privaten Bezahlung hin. Das sind rund zehn Prozentpunkte mehr als noch im Vorjahr.
Bei telefonischen Anfragen machten 22 Prozent der Institute auf diese Möglichkeit aufmerksam. Besonders häufig passierte das in Vorarlberg und Oberösterreich - ausgerechnet jenen beiden Bundesländern, in denen die Wartezeiten für Kassenpatienten gegenüber 2025 gestiegen sind.
Regional unterscheiden sich auch die Preise für private MRT-Termine. Besonders teuer sind sie laut Erhebung in Vorarlberg und Tirol.
Für Versicherte gibt es aber auch eine gute Nachricht: Insgesamt hat sich die Situation bei den Kassenterminen deutlich verbessert.
Im österreichweiten Durchschnitt sank die Wartezeit innerhalb eines Jahres um rund acht Tage beziehungsweise 28 Prozent. 2025 waren es noch durchschnittlich 28 Tage, jetzt sind es rund 20.
Wie lange Du tatsächlich warten musst, hängt allerdings auch davon ab, welche Körperregion untersucht werden soll.
Besonders deutlich ging die Wartezeit bei einem MRT des Oberbauchs zurück. Statt 46 Tagen im Jahr 2025 sind es nun knapp 30 Tage. Beim Knie sank die durchschnittliche Wartezeit von 20,5 auf 15 Tage, bei der Lendenwirbelsäule von 21,5 auf 17 Tage.
Der Gesamtvertrag sieht eine maximale Wartezeit von 20 Werktagen für MRT-Untersuchungen vor. Im Durchschnitt wird dieser Wert mittlerweile eingehalten. Bei einzelnen Instituten dauert es allerdings weiterhin deutlich länger.
Auch regional gibt es große Unterschiede. Während die Wartezeiten in Wien, Tirol und der Steiermark vergleichsweise kurz sind, hat sich die Lage in Oberösterreich und Vorarlberg gegen den österreichweiten Trend verschlechtert.
Etwas länger warten Patienten auch bei sogenannten Kooperationsgeräten. Dabei handelt es sich um MRT-Geräte in Spitälern, die gegen zusätzliche Bezahlung durch die Sozialversicherung auch Versicherten zur Verfügung stehen. Dort beträgt die durchschnittliche Wartezeit 25,4 Tage, bei Instituten mit Gesamtvertrag sind es 19 Tage.
Eine weitere Möglichkeit könnte Patienten schneller zum MRT bringen: Wartelisten für kurzfristig frei werdende Termine. Doch nur rund zehn Prozent der Institute informieren aktiv über diese Möglichkeit.
Bei der digitalen Terminvergabe gibt es hingegen Fortschritte. 22 der 83 untersuchten MRT-Institute bieten mittlerweile eine direkte Onlinebuchung an. Acht weitere ermöglichen eine Buchung mittels elektronischer Zuweisung durch einen Arzt.
Für die Erhebung wurden alle 83 MRT-Institute beziehungsweise Vertragseinrichtungen in Österreich untersucht. Zusätzlich zu einem Online-Check wurden 492 telefonische Testanfragen durchgeführt.