Russlands Machthaber Wladimir Putin hat sich wieder einmal in einer Militäruniform gezeigt. Aufnahmen zeigten ihn bei einem Besuch in einem angeblichen Gefechtsstand. Dort traf er den Generalstabschef Waleri Gerassimow. Dabei wirkte der Kreml-Chef jedoch müde.
Er blickte oft nach unten, dann gab er Gerassimow die Hand und lächelte kurz. Mit dem Video wollte Moskau wohl die Stärke und Entschlossenheit Putins vermitteln. So verkaufen es jedenfalls kremlnahe Medien. In der Ukraine bewirkte man damit jedoch das Gegenteil.
So schreibt etwa der ehemalige Vize-Innenminister der Ukraine, Anton Heraschtschenko, auf X, dass jeder über das Video lachen würde. Er vermutet, dass die Aufnahmen in einem Bunker entstanden sind und nicht an der Frontlinie. Der Innenraum sei nämlich mit Tarnnetzen behängt, dies würde keinen Sinn machen. Zudem würden das Licht und die Akustik eher an ein Filmset erinnern.
Wo das Video tatsächlich entstand, ist unklar. Wie die "Bild" berichtet, gab es danach jedenfalls eine Besprechung zwischen Putin und einigen Kommandeuren. Auch hier war der Raum mit Tarnnetzen verhängt. Dabei sprach Putin von der erfolgreichen Einnahme der Stadt Kostjantyniwka.
Dieser Darstellung widersprach der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bereits – "Heute" berichtete. "Wenn Kostjantyniwka unter russischer Kontrolle wäre, dann hätte Putin vielleicht kein Problem damit, mich dort zu treffen, um einen diplomatischen Weg zu finden, diesen Krieg endlich zu beenden", so Selenskyj. Dies würde der Kreml ablehnen.
Der Druck auf Putin wächst jedenfalls. In den vergangenen Tagen hatten die Russen mit Drohnenangriffen und Spritmangel zu kämpfen. Dies führe dazu, dass der Unmut in der Bevölkerung wächst.
Auch der ehemalige Sondergesandte für die Ukraine von US-Präsident Donald Trump, Keith Kellogg, ist davon überzeugt. In einem Gespräch mit dem Sender TVP World erklärte er, dass die Sowjets Afghanistan verlassen hätten, nachdem sie 18.000 Soldaten verloren hatten. Putin habe im Ukraine-Krieg bereits 1,2 bis 1,4 Millionen Soldaten verheizt, so Kellogg. Putin müsse sich überlegen, "ob er der nächste Zar ist, der ermordet wird", so die harten Worte des 82-Jährigen.