An einigen der größten Verkehrsknotenpunkte ist das für Österreich sehr umstrittene Gesetz bereits in Kraft: Auf den Vorplätzen etwa des Salzburger Hauptbahnhofs, Wien-Praterstern und Floridsdorf ist es untersagt, Alkohol zu trinken. In den Gebäuden und am Bahnsteig selbst ist lediglich übermäßiger Konsum untersagt.
Nach deutschem Vorbild will Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) nun, um Übergriffe auf ÖBB-Mitarbeiter hintanzuhalten, neue Verbote. Ihm schwebt vor, an den meistfrequentierten Bahnhöfen des Landes – u.a. in Linz – das Trinken zu unterbinden. Die Bundesbahnen sollen die Ausweitung prüfen.
Die Situation in der OÖ-Landeshauptstadt werde von vielen Menschen als unbefriedigend wahrgenommen, räumt Sicherheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ) angesichts der Ankündigung ein. "Insbesondere suchtkranke Personen sorgen dort immer wieder für Probleme und beeinträchtigen das subjektive Sicherheitsgefühl."
Eine Arbeitsgruppe soll bis Herbst Maßnahmen erarbeiten, ein Alkoholverbot, eine polizeiliche Schutzzone und eine Videoüberwachung zählen u.a. dazu. "Die Situation im Bahnhofsviertel ist nicht zufriedenstellend und für viele Menschen untragbar", sagt Raml.
Der Volkspartei geht das Vorhaben nicht weit genug: Die Situation sei nicht länger hinnehmbar, es dürfe nicht bei einer Prüfung bleiben, betont deren Chef Vizebürgermeister Martin Hajart. "Ein Alkoholverbot am Linzer Hauptbahnhof muss umgehend kommen."
Hajart übt scharfe Kritik an Raml: Dieser habe jahrelang nicht gehandelt, mittlerweile arte die Situation völlig aus. "Jeden Tag belagern 40 bis 70 Personen schwerst betrunken den Bahnhofspark. Vermüllung, Geschrei, Gewalt, Drogenhandel und -konsum inklusive", so der Politiker.