"Fühle mich nicht sicher"

Nach Angst-Sager von Naschenweng – jetzt spricht Ludwig

Melissa Naschenweng fühlt sich nachts in Wien, Linz und Graz nicht mehr sicher. Ihre Aussagen sorgen auch im Wiener Rathaus für Reaktionen.
André Wilding
01.06.2026, 11:56
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Mit einer persönlichen Aussage hat Melissa Naschenweng eine Diskussion über das Sicherheitsgefühl in Österreichs Städten ausgelöst. Im "Krone"-Podcast "Message, Macht, Medien" erklärte die Kärntnerin: "Ich habe einfach Angst. Ich fühle mich allein in der Nacht nicht sicher."

Vor allem in Wien stieß die Aussage auf großes Echo. Nachdem viele Wiener ähnliche Sorgen äußerten, meldeten sich nun Vertreter der Stadtpolitik zu Wort und schilderten ihre Sicht auf die Sicherheitslage in der Bundeshauptstadt.

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"Sicherheit ist mir sehr wichtig"

Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) betont die Bedeutung der Zusammenarbeit mit der Polizei. "Die Sicherheit der Wiener Bevölkerung ist mir sehr wichtig und das gelingt gemeinsam mit der Wiener Polizei", erklärt er gegenüber der "Kronen Zeitung". Die Stadt habe bereits zahlreiche Aufgaben übernommen, damit mehr Ressourcen für die Kriminalitätsbekämpfung zur Verfügung stehen.

Bürgermeister Michael Ludwig.
Denise Auer

Gleichzeitig fordert Ludwig in der "Krone" mehr Polizeipräsenz in Wien: "Wir erwarten uns aber auch, dass in der Bundeshauptstadt Wien mehr Polizistinnen und Polizisten unterwegs sind und das hat das Innenministerium sicherzustellen." Darüber hinaus verweist er auf bereits umgesetzte Maßnahmen wie Videoüberwachung, Schutzzonen, Alkoholverbote und Waffenverbote. "Und von daher fordere ich auch ein generelles Waffenverbot in der Stadt."

"Gefühle zu kommentieren, steht mir nicht zu"

Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (Neos) will die Aussagen der Sängerin nicht bewerten. "Die Gefühle und Wahrnehmungen von Frau Naschenweng zu kommentieren oder gar zu bewerten, steht mir nicht zu", sagt sie gegenüber der Tageszeitung. Sie verweist darauf, dass Wien weiterhin zu den sichersten Metropolen der Welt zähle. Dennoch sei das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung ein wichtiges Thema. Deshalb setze die Stadt unter anderem auf Jugendzentren, Parkbetreuung, Awareness-Teams und Maßnahmen gegen Jugendkriminalität.

FPÖ-Wien-Chef Dominik Nepp
Helmut Graf

Für FPÖ-Wien-Chef Dominik Nepp sind die Aussagen der Musikerin ein Zeichen für eine wachsende Verunsicherung. "Wenn selbst heimische TV-Stars und Künstler öffentlich ansprechen, dass sie sich in Wien oder anderen Städten nicht mehr sicher fühlen, zeigt das sehr deutlich, wie ernst die Situation inzwischen ist", erklärt er der "Krone". Er fordert mehr Polizeipräsenz und mindestens 1.500 zusätzliche Polizisten für Wien.

"Kein Platz für Gewalt und Hass"

Auch die Wiener Grünen sehen Handlungsbedarf. Parteichefin Judith Pühringer betont in der Tageszeitung: "In Wien ist kein Platz für Gewalt und Hass, das zerstört unser Miteinander und das persönliche Sicherheitsgefühl." Neben mehr Polizeipräsenz spricht sie sich für den Einsatz einer Grätzelpolizei, zusätzliche Straßensozialarbeit sowie bessere Beleuchtung im öffentlichen Raum aus. Zudem befürworten die Grünen ein generelles Waffenverbot für ganz Wien.

Kritik an der Stadtregierung kommt von der Wiener ÖVP. Landesparteiobmann Markus Figl verweist in der "Krone" auf Rückmeldungen von Frauen, Jugendlichen und älteren Menschen, die sich an manchen Orten unsicher fühlen würden. Als Ursachen nennt er unter anderem Integrationsprobleme und Jugendkriminalität. Neben verstärkten Integrationsmaßnahmen fordert die Volkspartei Alkoholverbotszonen und eine Wiener Stadtwache.

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