Die nächste ESC-Baustelle! Nachdem RTVE-Präsident José Pablo López angekündigt hat, dem Verwaltungsrat einen erneuten Rückzug Spaniens vorzuschlagen, meldet sich jetzt die Spitze des Eurovision Song Contests zu Wort.
ESC-Direktor Martin Green erklärt, man respektiere den Entscheidungsprozess des spanischen Senders und werde zunächst das endgültige Votum des Verwaltungsrats abwarten. Gleichzeitig macht er deutlich: "Wir wären enttäuscht, wenn Spanien nicht mit uns in Bulgarien wäre."
Die EBU verweist dabei auf zahlreiche Änderungen, die nach den heftigen Diskussionen der vergangenen Jahre vorgenommen wurden. Unter anderem wurden die Regeln gegen unzulässige externe Einflussnahme verschärft, Voting-Limits angepasst und professionelle Jurys wieder in den Halbfinals eingeführt. Auch die Jurys selbst wurden vergrößert und breiter aufgestellt.
Für López reicht das allerdings nicht. Er will Spanien auch 2027 draußen lassen, solange Israel am Wettbewerb teilnimmt. Er begründet seine Haltung weiterhin mit der humanitären Situation in Gaza.
Bereits 2026 hatte Spanien erstmals seit seinem ESC-Debüt 1961 ausgesetzt. Gemeinsam mit Irland, den Niederlanden, Island und Slowenien boykottierte das Land den Song Contest in Wien.
Während die Niederlande mittlerweile überraschend ihre Rückkehr nach Burgas beschlossen haben, könnte Spanien also beim Nein bleiben.
Entschieden ist das allerdings noch nicht. López muss seinen Vorschlag erst durch den RTVE-Verwaltungsrat bringen. Die EBU hofft bis dahin offensichtlich noch auf ein spanisches Umdenken.
Sollte Spanien tatsächlich erneut fehlen, würde mit dem Land zum zweiten Mal in Folge eines der finanzstarken "Big Five"-Mitglieder beim Eurovision Song Contest fehlen.