Eigentlich hätte Dino Merlin am Samstag, dem 5. September, am Sportflughafen in Kraljevo auf der Bühne stehen sollen. Für den bosnischen Superstar und seine Entourage waren sogar drei Hotels reserviert worden.
Doch aus dem geplanten Spektakel wird nichts: Das Konzert wurde kurzfristig abgesagt.
Offiziell begründet wurde die Entscheidung mit nicht erfüllten vertraglichen Verpflichtungen rund um Bühne, Produktion und technische Voraussetzungen. Unter diesen Umständen könne die notwendige Sicherheit für Künstler und Publikum nicht garantiert werden, hieß es.
Brisant ist allerdings, was sich bereits davor in Kraljevo abgespielt hatte.
Am 30. August meldete der Veranstalter einen Brand in einem Teil des Gebäudes des Aero-Clubs "Mihajlo Petrović", auf dessen Gelände Merlin auftreten sollte. Laut dessen Darstellung habe eine unbekannte Person eine Scheibe eingeschlagen und brennbares Material in das Gebäude geworfen. Polizei und Staatsanwaltschaft seien eingeschaltet worden.
Allerdings gibt es Zweifel am Ausmaß des Vorfalls: Das lokale "Radio Sloboda" besuchte das Gelände anschließend und berichtete, von außen keine sichtbaren Brandspuren oder eingeschlagenen Fenster entdeckt zu haben. Eine polizeiliche Mitteilung lag dem Medium zu diesem Zeitpunkt ebenfalls nicht vor.
Schon Wochen zuvor hatte Merlins geplantes Konzert für heftige Diskussionen gesorgt. Veteranenverbände und andere Gegner des Auftritts sammelten Unterschriften gegen den Sänger. Eine Petition soll mehr als 3.000 Unterstützer gefunden haben.
Hintergrund sind vor allem umstrittene Aussagen, die Merlin über Serbien und Serben zugeschrieben werden. Der Sänger hat mehrfach bestritten, einige der kursierenden Aussagen jemals getätigt zu haben.
Nach der Absage ist allerdings ein ganz neuer Streit ausgebrochen.
Der Veranstalter "Sounder Music" erhebt schwere Vorwürfe gegen Merlin und dessen Umfeld. Das Unternehmen behauptet, dass 100.000 Euro im Voraus bezahlt worden seien, obwohl Merlins Team angeblich bereits gewusst habe, dass das Konzert nicht stattfinden werde. Der Veranstalter spricht sogar von Betrug und kündigt rechtliche Schritte an. Die Vorwürfe sind bislang nicht gerichtlich festgestellt.
Merlins Seite widerspricht.
Managerin Dada Bulat erklärte, sie habe erst aus den Medien von der Absage erfahren. Die Entscheidung sei vom Veranstalter einseitig getroffen worden. Die 100.000 Euro seien zudem keine heimlich kassierte Gage gewesen, sondern eine vertraglich geregelte Garantie für die Durchführung des Konzerts.
Auch bei der Frage, wer nun den Fans ihr Geld zurückzahlen muss, zeigen beide Seiten mit dem Finger aufeinander. Merlins Management sieht den Veranstalter in der Verantwortung, dieser wiederum verweist auf die Gegenseite.
Aus einem geplanten Konzert ist damit endgültig ein handfester Balkan-Showbiz-Krimi geworden. Statt großer Bühne und drei reservierter Hotels droht nun eine Auseinandersetzung vor Gericht.