Erst Hitze, dann Dürre – und jetzt wäre ausgerechnet zu viel Regen das nächste Problem. Der bekannte bosnische Meteorologe Nedim Sladić sorgt mit seiner neuesten Wetteranalyse für Aufsehen.
Rund um den 10. September zeigen die Wettermodelle erstmals Anzeichen für einen größeren Umschwung in Bosnien und Herzegowina. Die Temperaturen könnten auf angenehmere Werte sinken, gleichzeitig wären endlich wieder Niederschläge möglich.
Doch ausgerechnet beim dringend benötigten Regen gibt es einen Haken.
Nach der langen Trockenperiode wäre heftiger Starkregen laut Sladić nämlich keineswegs die optimale Lösung. Das Erdreich sei mittlerweile derart trocken und verdichtet, dass es Wasser nur schlecht aufnehmen könne.
Der Meteorologe beschreibt den Zustand drastisch: Der Boden sei hydrophob geworden und verhalte sich dadurch "wie eine Asphaltfläche". Bei extremen Niederschlägen würde ein großer Teil des Wassers einfach oberflächlich abfließen, anstatt langsam im Boden zu versickern.
Was es stattdessen brauche, sei gleichmäßiger Niederschlag.
"Wir brauchen mäßigen Regen, damit die Erde jeden einzelnen Tropfen aufnehmen kann", erklärt Sladić sinngemäß. Genau das könnte eine Kaltfront bringen.
Die ersten Signale dafür sieht der Wetter-Mann rund um den 10. September. Dann könnten die Temperaturen deutlich angenehmer werden. Komplett vorbei wäre es mit dem warmen Wetter allerdings noch nicht.
Sladić erwartet weiterhin für September überdurchschnittliche Temperaturen. Am Nachmittag könnten die Höchstwerte auch nach der Abkühlung noch bei rund 25 Grad oder etwas darüber liegen. Die Nächte würden hingegen angenehmer.
Wie viel Regen tatsächlich fällt, ist derzeit noch völlig offen. Einige Berechnungen zeigen die Bildung eines Tiefdruckgebiets mit feuchter Luft und intensiveren Niederschlägen. Andere Wettermodelle unterstützen dieses Szenario bislang jedoch kaum. Wahrscheinlicher sei derzeit eine gemäßigtere Variante mit dem Durchzug einer Kaltfront.
Ausgerechnet ein gewaltiger Wolkenbruch wäre für die ausgetrocknete Landschaft also nicht unbedingt die ersehnte Rettung.
"Intensive Niederschläge sind keine Lösung", stellt Sladić klar. Entscheidend sei nicht nur, dass es endlich regnet, sondern auch wie.
Nach einem Sommer mit extremer Hitze braucht der Balkan damit vor allem eines: keinen nächsten Wetter-Extremwert, sondern möglichst unspektakulären, gleichmäßigen Regen.