Schlägerei erfunden

Nach Fake-Notruf – Trio lachte bei Bier über Polizei

Alkohol und Langeweile sind selten gute Ratgeber. Das musste auch eine Gruppe Teenager lernen. Sie erfanden eine Schlägerei und wählten den Notruf.
Newsdesk Heute
28.04.2026, 10:40
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Aus Langeweile setzte eine Gruppe junger Männer in Völkermarkt einen Notruf aus einer Telefonzelle ab. Sie erzählten den Beamten von einer Schlägerei am Busbahnhof. Anschließend warteten die drei an einem nahegelegenen Kebab-Laden auf das Eintreffen der Einsatzkräfte und ergriffen dann die Flucht.

Die Beamten nahmen jedoch die Verfolgung auf und konnten das Trio in der Wohnung eines der jungen Männer antreffen. Dort saß die Gruppe gerade bei einem Bier zusammen und lachte über den Streit, berichtet die "Kleine Zeitung". Nun hatte der Vorfall für zwei Beschuldigte ein juristisches Nachspiel.

"Lustig drauf" gewesen

Der Richter stellte klar, dass der 17-Jährige und sein 19 Jahre alter Freund sich vor Gericht verantworten müssen, da sie bereits vorbestraft sind. Der jüngere wurde von seinem Vater und einem Anwalt begleitet, während der ältere seine Betreuerin dabeihatte. Laut eigener Aussage hatte der 19-Jährige an besagtem Tag bereits "vier oder fünf Spritzer" getrunken, als er sich mit den anderen traf.

In der Verhandlung zeigte sich der 17-Jährige geständig. Er habe die erfundene Schlägerei gemeldet, aber weder die Idee dazu gehabt noch selbst den Notruf gewählt. Dies war er dem 19-Jährigen vor, der alles abstritt. Er sei nur "lustig drauf" gewesen und wüsste daher noch genau, dass er lediglich dabeigestanden und eine geraucht habe.

Zeuge belastete 19-Jährigen

Warum er nach dem Anruf das Tastenfeld in der Telefonzelle mit Spucke abgewischt habe, wenn er nicht selbst den Notruf gewählt habe, konnte der 19-Jährige jedoch nicht erklären. Licht ins Dunkle sollte der dritte Beteiligte (18) als Zeuge bringen. Er habe damals bei der Polizei angegeben, dass der ältere die Idee hatte und den Notruf gewählt habe. Vor Gericht konnte er sich dann jedoch nicht mehr genau erinnern, wer die Idee hatte.

Dem Lehrling zufolge habe allerdings der 19-Jährige den Notruf gewählt und den Hörer dann an den 17-Jährigen weitergegeben. Der ältere Beschuldigte blieb bei seiner Version und betonte, dass ihm der Vorfall leidtue. Des Weiteren versuche er, die Bewährungshilfe zu erfüllen.

Die Urteile

Dennoch blieb der Richter hart. Er verurteilte den 19-Jährigen zu einer Geldstrafe in der Höhe von 700 Euro und verlängerte die Probezeit des Angeklagten auf fünf Jahre. Gleichzeitig gab der Richter dem jungen Mann noch einen guten Rat mit: "Sie müssen aufhören zu trinken!" Da der 19-Jährige noch 3.000 Euro Schulden in Form von Verwaltungsstrafen abstottern muss, beantragte er eine Zahlung auf fünf Raten.

Glimpflicher kam der Erstangeklagte davon. Aufgrund seines Geständnisses erhielt er ein Bußgeld von 320 Euro und eine Probezeit von drei Jahren.

{title && {title} } red, {title && {title} } 28.04.2026, 10:40
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen