Amt niedergelegt

Nach NS-Sager: Feuerwehrkommandant tritt zurück

Nachdem der Feuerwehrkommandant von St. Veit an der Glan einen Kameraden mit NS-Sagern beschimpfte, ist er nun zurückgetreten.
Newsdesk Heute
14.01.2026, 15:23
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Einen Monat nachdem die Feuerwehr St. Veit an der Glan (Kärnten) ein Skandal erschüttert hat, legt deren Kommandant sein Amt nieder.

Im Zuge einer Tonbandaufnahme wurden NS-Sager des ehemaligen Kommandanten gegenüber einem seiner Kameraden aufgezeichnet. Unter anderem: "Den könnte man mit der Peitsche treiben, den Krippel", oder "Der gehört dorthin, wo 'Arbeit macht frei' steht".

Vorübergehende Führung des Stellvertreters

Nach der medialen Aufregung des Vorfalls konnte der Feuerwehrkommandant dem Druck nicht mehr standhalten und hat jetzt offiziell sein Amt niedergelegt. Der Rücktritt wurde vom Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr St. Veit an der Glan bestätigt.

Das Opfer soll ebenfalls aus der Feuerwehr ausgeschlossen werden. Die Tonbandaufnahmen seien illegal und vorsätzlich aufgenommen worden, so lauten die Anschuldigungen des Kommandanten. Nach einer Berufung hat sich auch der Stadtrat für einen Ausschluss des Mitglieds bei der Feuerwehr entschieden.

Ermittlungen wurden eingestellt

Der stellvertretende Landesfeuerwehrkommandant und Bezirksfeuerwehrkommandant von St. Veit, Friedrich Monai: "Unstimmigkeiten in der Feuerwehr St. Veit sind uns leider schon länger bekannt. Die Aussagen, die vom Kommandanten getätigt wurden, sind definitiv nicht in Ordnung. Solche Aussagen haben überhaupt keinen Platz bei der Feuerwehr. Es spricht komplett gegen unsere Werte."

2025 hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den Kommandanten aufgenommen: "Ein vorsätzliches Aktualisieren und Propagieren des nationalsozialistischen Gedankenguts wurde im Zweifel zu seinen Gunsten nicht angenommen. Das Ermittlungsverfahren wurde daher am 20. Mai eingestellt." Eine Privatanklage wegen Beleidigung endete mit einem gerichtlichen Vergleich und einem Freispruch für den Kommandanten.

Termin für runden Tisch noch offen

"Ich habe heute vom Rücktritt des Kommandanten erfahren. Diese persönliche Entscheidung akzeptieren wir natürlich", so Landesfeuerwehrkommandant Rudolf Robin: "Die Wehr hat jetzt gesetzlich acht Wochen Zeit für eine Neuwahl. Nun ist die Causa in erster Instanz für uns einmal abgetan."

Bürgermeister Martin Kulmer (SPÖ) hofft auf einen Neustart, wie und ob der runde Tisch stattfindet, ist nun aber offen: "Der runde Tisch in der ursprünglich geplanten Form wird nächste Woche nicht stattfinden. Als Bürgermeister bleibe ich im engen Austausch mit dem stellvertretenden Kommandanten, was die weiteren Schritte betrifft."

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