Es ist ein Moment, der im Saal für Aufsehen sorgt: Gerade einmal 15 Minuten zieht sich der Richter am Amtsgericht Oslo zurück – dann steht die Entscheidung fest. Marius Borg Høiby (29), Sohn von Mette-Marit, muss im Gefängnis bleiben.
Zuvor hatte sich das Gericht rund eine Stunde lang angehört, warum der 29-Jährige mit Fußfessel freikommen sollte. Sein Anwalt plädierte für eine Entlassung, verwies auf strenge Auflagen und einen festen Wohnsitz auf dem Gelände von Skaugum.
Auch Marius selbst kommt zu Wort und zeichnet ein düsteres Bild seiner Situation in der Untersuchungshaft im Osloer Gefängnis. "Es ist ziemlich schwer", sagt er. Er leide unter Isolation, habe Schlafprobleme, kaum Appetit und Schwierigkeiten mit dem Gedächtnis.
Doch all das überzeugt das Gericht offenbar nicht.
Nach der kurzen Beratung kehrt der Richter zurück und macht klar: Keine Freiheit, keine Fußfessel. Die U-Haft bleibt bestehen, mindestens bis zur Urteilsverkündung Anfang Juni.
Die Schnelligkeit der Entscheidung überrascht viele Beobachter im Saal. Nach nur einer Viertelstunde ist das Schicksal des Angeklagten vorerst besiegelt.
Ein Grund dürfte die anhaltende Sorge vor Wiederholungsgefahr sein. Trotz Kontaktverbot hatte Marius während des Prozesses offenbar versucht, Kontakt zu einer Ex-Freundin aufzunehmen. Ein Detail, das im Gericht schwer wiegt.
Für Marius bedeutet die schnelle Entscheidung vor allem eines: zurück in die Zelle, ohne Aussicht auf eine baldige Entlassung.