Nichts wünscht sich Johann K. mehr, als in seine Gemeindewohnung im 17. Bezirk zurückkehren zu dürfen. Nach einer Hirnblutung, die einen Schlaganfall auslöste, ist das jedoch unmöglich. Der 68-Jährige lebt nun in einem Pflegeheim in Wien-Währing – doch umsorgt fühlt er sich dort nicht.
"Ich kann mir meine Wohnung seit dem Schlaganfall nicht mehr leisten", klagt der Wiener. Die Gemeindewohnung wurde von Wiener Wohnen bereits gekündigt. Für Johann brach eine Welt zusammen: 35 Jahre hatte er darin gelebt, und er möchte wieder dorthin zurück. Durch seinen Schlaganfall ist das jedoch kaum möglich; der Pensionist ist ein Pflegefall.
Seine Erfahrungen im Seniorenheim in Währing sind alles andere als schön. Die Mitarbeitenden seien unfreundlich und, noch viel schlimmer: Ihm und seinen Freunden sei bereits öfter etwas gestohlen worden.
"Einer Bewohnerin wurden 500 Euro geklaut, einer anderen eine Uhr", erinnert sich Johann. Ihm selbst gingen eine Taschenlampe und ein Wecker verloren. "Heute" erkundigte sich bei Human Vahdani, dem Bereichsleiter der stationären Pflege, was es damit auf sich habe: "In diesem Heim ist im vergangenen Jahr nur eine Sache gestohlen worden, das war nicht bei diesem Patienten", heißt es. In jedem Fall würden Diebstähle umgehend bei der Polizei angezeigt werden.
Für den Wiener besonders traurig: Er bekäme nicht einmal Taschengeld im Heim. "Früher habe ich mir an meinem Geburtstag oder zu Weihnachten gerne eine Pizza bestellt, das geht jetzt nicht mehr", sagt er sichtlich traurig. Früher hatte er wenigstens einige Freunde unter den Angestellten, doch: "Die sind alle gegangen", so Johann.