330.000 Euro veruntreut!

Nach Tod enttarnt! Star-Anwalt verzockte Klientengeld

Ein tödlicher Sturz an der Copacabana, jetzt der nächste Knall: Nach dem Tod eines Grazer Anwalts fehlen 330.000 Euro.
Christoph Weichsler
14.02.2026, 07:00
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2023 stürzte der prominente Jurist Manfred Rath am Freizeitareal Copacabana in Kalsdorf im Süden von Graz drei Meter in die Tiefe. Ein Baustellengitter gab nach, er schlug auf einer Metallstiege auf und starb wenig später im Krankenhaus. Anfang 2025 wurde deswegen ein Ehepaar am Bezirksgericht wegen fahrlässiger Tötung zu bedingten Haftstrafen verurteilt.

Mit dem Tod des Anwalts war der Fall aber nicht beendet. Über seine Verlassenschaft wurde nun der Konkurs eröffnet – und dabei tauchte ein massives Finanzloch auf.

330.000 Euro fehlen

Im Konkursverfahren wurden Forderungen von rund 1,6 Millionen Euro anerkannt. Darunter auch mehrere frühere Klienten des Anwalts. Sie hatten ihm Geld im Zuge von Immobiliengeschäften überwiesen – für die Bezahlung der Grunderwerbsteuer oder für Eintragungen ins Grundbuch.

Insgesamt geht es um rund 330.000 Euro. Laut einem Bericht der "Kleinen Zeitung" sind diese Treuhandgelder beim Anwalt "versickert". Die Beträge sind nicht mehr auffindbar.

"Das Geld ist weg"

Die Grazer Rechtsanwaltskammer bestätigte den Fall. "Das Geld ist weg", sagt Kammerpräsident Michael Kropiunik zur Kleinen Zeitung. "Da muss man von Veruntreuung ausgehen." Rath habe in seiner Kanzlei erklärt, er habe die Summe vom Anwaltskonto auf ein anderes Sparbuch übertragen, weil es dort besser verzinst sei.

Nach seinem Tod seien diese Sparbücher jedoch unauffindbar gewesen. Rund 75.000 Euro wurden bereits aus dem Notfallfonds der Kammer ersetzt. "Rund 75.000 Euro haben wir von der Rechtsanwaltskammer den Geschädigten aus unserem Notfallfonds ersetzt", so Kropiunik. Weitere knapp 260.000 Euro sind im Konkursverfahren angemeldet.

Was jetzt passiert

Wie hoch die Quote für die Geschädigten ausfällt, ist offen. Es gibt Vermögenswerte, vor allem Immobilien – auch im Bereich Copacabana –, die nun verwertet werden sollen.

Die Kammer betont, schwarze Schafe seien unter den rund 600 steirischen Anwälten selten. Um Klienten zu schützen, gibt es eine Haftpflichtversicherung für Berufsfehler, einen mit 1,158 Millionen Euro gedeckelten Notfallfonds sowie eine eigene Versicherung für Treuhandgelder. Ziel sei es, Geschädigte rasch zu entschädigen und das Vertrauen in den Berufsstand zu sichern.

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