Mit einer Eisenstange niedergeschlagen, ausgeraubt, mit Vergewaltigung und Tod bedroht: Was Bibiana Steiner in ihrer Wahlheimat Namibia erleben musste, hat die ehemaligen Betreiberin vom Gästehaus Steiner in Spielberg schwer traumatisiert. Jetzt kämpft ihre Familie darum, die 61-Jährige zurück nach Österreich zu holen – und bittet um Unterstützung.
"Ich mach mir unglaubliche Sorgen um meine Mama", erzählt ihr Sohn Manuel Steiner. Gemeinsam mit seiner Schwester hat er nach dem Überfall entschieden: "Wir wollen sie so schnell wie möglich nach Österreich holen, damit sie endlich wieder in Sicherheit ist."
Wie kleinezeitung.at berichtet, lebt Bibiana Steiner seit einigen Jahren im namibischen Usakos. Zuvor hatte sie viele Jahre das Gästehaus in Spielberg geführt, wanderte dann mit ihrem Lebensgefährten nach Kanada aus. Weil dort das Leben zu teuer war, zog das Paar später weiter nach Namibia. Dort baute sich Steiner mit der Vermietung mehrerer Bungalows eine neue Existenz auf.
In der Nacht auf Sonntag änderte sich alles. Gegen 21 Uhr drangen drei bewaffnete Männer in ihr Wohnhaus ein. "Sie haben sämtliche Sicherungen umgangen und standen plötzlich im Haus", schildert Sohn Manuel. Die Täter überwältigten Bibiana Steiner, schlugen ihr mit einer Eisenstange auf das Knie - die Wunde musste später genäht werden. Ihren Lebensgefährten schlugen sie bewusstlos.
Beide wurden gefesselt. Einer der Täter bedrohte sie mehrfach mit Vergewaltigung und dem Tod. Immer wieder habe er gefragt: "Where is the money? Where is the safe?" Einen Tresor gab es aber gar nicht. Die Räuber nahmen Bargeld, Schmuck, Gold, Silber, elektronische Geräte und Dokumente mit. "Es ist praktisch nichts mehr übrig geblieben. Nur die österreichischen Bankkarten haben sie zurückgelassen", sagt Manuel Steiner.
Erst über das Handy eines Nachbarn konnte sich seine Mutter am nächsten Morgen bei ihren Kindern melden. "Meine Schwester bekam eine Nachricht von einer unbekannten Nummer. Zuerst glaubte sie an Spam. Erst dann wurde uns klar, was passiert war."
Für die Familie war sofort klar: Bibiana Steiner darf nicht mehr in Namibia bleiben. "Wir wünschen uns einfach, dass unsere Mama wieder sicher bei uns ist", sagt Manuel Steiner. "Nach allem, was sie erlebt hat, soll sie hier endlich wieder zur Ruhe kommen."
So kannst du helfen:
Um die Kosten für die Rückkehr nach Österreich und den Transport der beiden Hunde zu stemmen, hat die Familie eine Spendenaktion auf der Plattform "GoFundMe" gestartet.
Über diesen Link kannst auch du zur Spendenaktion beitragen: https://gofund.me/797583567
Obwohl sie schwer traumatisiert ist und kaum schlafen kann, kümmert sich Bibiana Steiner in der Zwischenzeit weiter um ihre Gäste. "Sie sagt ihnen nicht, was passiert ist. Sie hat Angst, dass sonst die Buchungen ausbleiben und sie kein Einkommen mehr hat", erzählt ihr Sohn.
Eine besondere Herausforderung sind ihre beiden geretteten Straßenhunde Oreo und Frieda. "Sie einfach zurückzulassen, wäre für meine Mutter undenkbar", betont Manuel Steiner. Damit die Tiere nach Europa einreisen dürfen, sind zahlreiche Auflagen zu erfüllen: Einer der Hunde muss gechippt werden, beide brauchen Tollwut-Titerbestimmungen in einem EU-zertifizierten Labor. Dazu kommen Gesundheitszeugnisse, Transportboxen und die Flugfracht.
"Allein der Flug ist teuer. Aber die Hunde verursachen zusätzliche Kosten von mehreren tausend Euro", erklärt Steiner. Deshalb erkundigt sich seine Mutter derzeit bei einer auf Tiertransporte spezialisierten Organisation in Swakopmund nach den Möglichkeiten.
Bibiana Steiner will nun langfristig nach Österreich zurückkehren. In Niederösterreich gibt es bereits eine Wohnmöglichkeit bei ihrer Tochter. Dort könnte sie später zwei Apartments betreuen, nebenher geringfügig arbeiten und sich so wieder eine neue Existenz aufbauen.