Es passiert fast jedem: Man wacht mitten in der Nacht auf und liegt dann ewig wach. Dabei ist nächtliches Aufwachen eigentlich ganz normal. Etwa alle 90 Minuten wechseln wir zwischen verschiedenen Schlafphasen – und werden dabei kurz wach.
"Der gute Schläfer merkt das nicht, der dreht sich einmal um und schläft wieder ein", sagt Schlafmedizinerin Prof. Kneginja Richter, Chefärztin der CuraMed-Tagesklinik Nürnberg. Doch was tun, wenn man dann erst einmal wach liegt?
Wie utopia.de berichtet, gibt es einen Fehler, den man unbedingt vermeiden sollte: auf die Uhr schauen. "Dann ist man schnell hellwach", warnt Richter. Sofort setzt das Sorgenkarussell ein – inklusive Gedanken wie "Mist, wenn ich jetzt nicht sofort einschlafe, packe ich morgen den Tag nicht."
Die Expertin rät: Wer einfach nicht wieder einschläft, sollte aufstehen. "Sich stundenlang wach im Bett zu wälzen, obwohl man nicht schlafen kann, ist kontraproduktiv." Besser sind monotone Tätigkeiten wie leise Musik hören, Wäsche zusammenlegen oder ein Rätsel lösen.
Erst wenn die Augen von allein wieder zuklappen, legt man sich wieder ins Bett. Ein weiterer Tipp: Jeden Abend zwei Stunden vor dem Schlafengehen Sorgen und negative Gedanken aufschreiben und das Heft außerhalb des Schlafzimmers verstauen.
Eine behandlungsbedürftige Schlafstörung liegt vor, wenn man über mehr als drei Monate hinweg dreimal pro Woche oder öfter nicht durchschläft. Betroffene sollten sich an den Hausarzt wenden, der gegebenenfalls zu einem Schlafmediziner überweist.
Die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie (KVT-I) ist laut Richter die erste Wahl bei der Behandlung. "Die Therapie dauert vier bis sechs Sitzungen – und sie ist meistens erfolgreich."