In der Lainzer Straße steht eines der größten Infrastrukturprojekte im 13. Bezirk seit Jahrzehnten bevor. Stadt Wien, Wiener Linien, Wiener Wasser und Wiener Netze koordinieren ihre Bauarbeiten, um die Verkehrsachse umfassend zu modernisieren und die Belastung für Anrainer möglichst gering zu halten.
Den Auftakt machen Wiener Wasser und Wiener Netze. Ab August werden zwischen Altgasse und Stadlergasse auf rund 1.100 Metern Länge die Wasserrohre erneuert. Die Arbeiten dauern bis Mitte März 2027. Zeitgleich werden Strom- und Gasleitungen umgelegt. Während dieser Phase bleibt der Verkehr in der Lainzer Straße grundsätzlich in beide Richtungen aufrecht. Die Haltestelle "Gloriettegasse" wird stadteinwärts vorübergehend verlegt.
Die heiße Phase beginnt dann allerdings Anfang März 2027: Zwischen Hietzinger Hauptstraße und Münichreiterstraße werden rund 2,7 Kilometer Straßenbahngleise (stammen aus den 1980er-Jahren) samt Gleisuntergrund erneuert. Die Bauarbeiten dauern bis Ende 2027.
"Die Wiener Linien setzen bei ihrer Modernisierungsoffensive zunehmend auf gebündelte und damit großflächige Sanierungen. So sind die Verbesserungen für die Fahrgäste deutlich spürbarer als bei mehreren punktuellen Maßnahmen und die Anrainerinnen und Anrainer haben nur einmal eine Baustelle vor der Tür", erläutert die technische Geschäftsführerin der Wiener Linien, Gudrun Senk.
Wegen der beengten Platzverhältnisse wird die Lainzer Straße während der Gleisarbeiten sowohl für den öffentlichen Verkehr als auch für den Individualverkehr gesperrt. Für Anrainer bleiben Zufahrten möglich.
"Mir ist bewusst, dass die Bauarbeiten Einschränkungen mit sich bringen werden. Wir konnten erreichen, dass die Hauptbaustelle erst nach Fertigstellung der Arbeiten in der Maxingstraße beginnt und die Maßnahmen anschließend rasch sowie gebündelt umgesetzt werden, um die Unannehmlichkeiten so gering wie möglich zu halten", betont die Hietzinger Bezirksvorsteherin Johanna Zinkl.
Die Sperre betrifft auch die Bim-Linie 60 (Westbahnhof - Rodaun). Sie wird vermutlich ab dem Knotenpunkt Hietzing (U4) stillgelegt, eine Ersatzbusverbindung wird eingerichtet. Wie die Streckenführung des Ersatzbusses bzw. die Intervalle sein werden, wird allerdings erst frühestens im kommenden Herbst bekannt gegeben. In jedem Fall ist der 60er vor allem im Morgenverkehr eine stark frequentierte Linie.
Parallel zur Wiederherstellung der Oberfläche entsteht zudem auf der Lainzer Straße ein knapp 600 Meter langer Zwei-Richtungs-Radweg zwischen Anna-Strauss-Platz (Bim-Station Dommayergasse) und Gloriettegasse. Er schließt an die bestehende Fahrradstraße in der Auhofstraße an und bindet künftig die Alois-Kraus-Promenade sowie später die Lainzer Straße und Veitingergasse an. Eine Verlängerung des Radweges nach Speising oder Mauer ist allerdings derzeit kein Thema.
Der Radweg in der Lainzer Straße wird auf Straßenniveau geführt und mit Kunststoffschwellen beziehungsweise Baumscheiben von der Fahrbahn getrennt. Auf der rund 600 Meter langen Strecke stadteinwärts entfällt daher die Parkplatzspur – betroffen sind etwa 120 Stellplätze.
"Der neue Zwei-Richtungs-Radweg sorgt künftig für eine sichere und komfortable Verbindung vom Zentrum Hietzings nach Lainz entlang der Lainzer Straße. Bisher gab es hier keinerlei Radinfrastruktur, Radfahrerinnen und Radfahrer mussten im Mischverkehr knapp neben den Gleisen auf der Hauptstraße mitfahren oder weite Umwege zurücklegen. Mit dem neuen Radweg schaffen wir eine neue durchgängige Verbindung vom Wiental bis nach Lainz", erklärt Öffi- und Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ).
Mit der Neugestaltung soll auch der öffentliche Raum klimafit werden. Im Kreuzungsbereich mit der Altgasse entsteht ein neuer begrünter Vorplatz mit drei neuen Bäumen, fünf Hochstamm-Sträuchern und gemütlichen Sitzgelegenheiten.
"Hier werden versiegelte Flächen aufgebrochen, neue Bäume und Hochstammsträucher gepflanzt und die helle, wasserdurchlässige Pflasterung sorgt dafür, dass Regenwasser versickern kann. Das bringt mehr Aufenthaltsqualität für alle Anrainerinnen und Anrainer", freut sich Bezirksvorsteher-Stellvertreter Marcel Höckner (SPÖ).
Weiters werden im Bereich der Kreuzung mit der Mittermayergasse fünf neue Grünflächen mit zwei Bäumen und vier Hochstamm-Sträuchern geschaffen. Der Anna-Strauss-Platz erhält ebenfalls eine neue Grünfläche mit einem neuen Baum und einem Hochstamm-Strauch. Insgesamt werden rund 140 Quadratmeter neue Grünflächen geschaffen und über 400 Quadratmeter Fläche entsiegelt.
Anrainer werden im Vorfeld über die Bauarbeiten informiert: So wird es am 20. und 21. Oktober Info-Veranstaltungen und zusätzlich Postwurfsendungen mit den genauen Verkehrsmaßnahmen 2027 geben.