Die Zahl der Übernachtungen in Wien ist in den letzten Jahren rasant gestiegen – von 8,8 Millionen im Jahr 2005 auf über 20 Millionen im Jahr 2025. Davon möchte die Stadt nun auch finanziell stärker profitieren.
Seit Juli ist die sogenannte Ortstaxe von 3,2 auf 5 Prozent angehoben worden, im kommenden Jahr soll sie sogar auf acht Prozent steigen.
Scharfe Kritik kommt aus der Hotellerie: Die Österreichische Hotelvereinigung (ÖHV) warnt davor, dass mit der Erhöhung der Ortstaxe ein Attraktivitätsverlust für Wien drohe.
Martin Stanits, Sprecher der ÖHV, meint: "Die Kuh, die man melken will, zu schlachten, ist nie eine gute Idee." Bereits jetzt würden die Hotels mit hohen Steuern und gestiegenen Kosten für Energie, Löhne und Lebensmittel kämpfen.
Wie t-online berichtet, ist Wien mit der neuen Abgabe europaweit auf Platz zwei hinter Amsterdam, das mit einer Touristensteuer von 12,5 Prozent führt.
Auch Reisebüros äußern Bedenken. Neben der erhöhten Ortstaxe stoßen ihnen weitere Abgaben wie die Flugticketsteuer von zwölf Euro sauer auf.
Gregor Kadanka, Chef der österreichischen Reisebüros, sieht die Attraktivität Wiens gefährdet und verweist auf Billigflieger wie Ryanair, die ihre Flotte lieber ins benachbarte Bratislava verlagern möchten. Die slowakische Hauptstadt lockt mit deutlich günstigeren Preisen und liegt nur rund 50 Kilometer entfernt.
Die Stadtverwaltung verteidigt die Maßnahme jedoch. Isabelle Rauter von WienTourismus erklärt, Touristen würden die hochwertige Infrastruktur der Stadt nutzen und müssten daher auch einen Beitrag leisten.
Die höhere Abgabe sei eine Investition in die Zukunft, von der sowohl Wirtschaft als auch Bevölkerung profitieren würden.