Nach mehreren Vorfällen an kritischer Infrastruktur in Deutschland sorgt nun ein Umspannwerk bei Bremen für einen Polizeieinsatz. Die Anlage in Ganderkesee im Landkreis Oldenburg wurde weiträumig abgesperrt, nachdem dort etwas Verdächtiges festgestellt worden war.
Was genau die Einsatzkräfte auf dem Gelände entdeckt haben, blieb zunächst offen. Die Polizei sprach von "verdächtigen Umständen". Im Laufe des Morgens deutete allerdings immer mehr darauf hin, dass keine akute Gefahr besteht.
"Es wurde eine Feststellung gemacht, die eine polizeiliche Überprüfung erforderlich machte", sagte Polizeisprecherin Ronja Weser gegenüber der "Bild".
Für die Überprüfung wurde auch ein Hubschrauber angefordert. Dieser leuchtete das Gelände aus der Luft aus. Ob an der Anlage ein Schaden entstanden ist, war zunächst nicht bekannt. Einen Brand gab es nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei nicht. Die Maßnahmen vor Ort dauerten weiter an.
Betrieben wird das betroffene Umspannwerk vom Netzbetreiber TenneT und dem Energieversorger EWE. Auswirkungen auf den Betrieb des Stromnetzes habe der Vorfall laut TenneT-Sprecher Mathias Fischer nicht gehabt.
Das Unternehmen stehe mit den zuständigen Behörden in engem Kontakt und unterstütze die laufenden Maßnahmen. "Sobald gesicherte Erkenntnisse vorliegen, werden wir entsprechend informieren", so Fischer.
EWE-Sprecher Volker Diebels erklärte, dass an der Anlage erst vor wenigen Tagen planmäßige Arbeiten durchgeführt worden seien.
Nun werde unter anderem untersucht, ob die aktuelle Feststellung möglicherweise damit zusammenhängen könnte.
Die Sicherheitsbehörden sind nach mehreren Vorfällen der vergangenen Tage besonders aufmerksam. Innerhalb kurzer Zeit kam es an drei unterschiedlichen Orten zu Sabotageakten gegen kritische Infrastruktur.
Erst am Donnerstag war die Polizei an einem Umspannwerk in Dormagen in Nordrhein-Westfalen im Einsatz. Dort hatte ein Spaziergänger verdächtige Vorrichtungen in der Nähe der Anlage entdeckt.
Die Ermittler gehen von einem möglichen Sabotageversuch aus. Offenbar sollte gezielt ein Kurzschluss verursacht werden.
Den Behörden liegt zudem ein Bekennerschreiben vor. Darin wird auch auf Vorfälle in Bergheim in Nordrhein-Westfalen und Jänschwalde in Brandenburg Bezug genommen.
Laut WDR wird ein Mann aus dem Raum Gevelsberg gesucht, der das Schreiben verfasst haben soll. Ob der aktuelle Polizeieinsatz am Umspannwerk in Ganderkesee mit diesen Fällen zusammenhängt, ist bislang unklar.