Ein Busfahrer könnte am Flughafen Leipzig Schlimmeres verhindert haben. Eine mit Sprengstoff präparierte Drohne flog im Sicherheitsbereich des Flughafens – der Mann soll sie im Niedrigflug weggetreten haben.
Der Vorfall beschäftigt inzwischen die deutsche Bundesregierung auf höchster Ebene. Am Freitag tagte der Nationale Sicherheitsrat unter dem Vorsitz des deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Da sich Merz derzeit im Urlaub befindet, fanden die Beratungen telefonisch statt.
Regierungssprecher Stefan Kornelius erklärte, der Kanzler stehe wegen der Ereignisse in Leipzig "in fortwährendem Austausch" mit Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) und weiteren Mitgliedern der Bundesregierung.
Entdeckt wurde die Drohne in der Nacht auf Mittwoch im Sicherheitsbereich des Frachtbetriebs am Flughafen Leipzig/Halle. An dem Fluggerät war ein Sprengsatz befestigt, den Spezialisten der Bundespolizei anschließend entschärften.
In der Nähe der Drohne befanden sich mehrere ukrainische Frachtflugzeuge. Der Flughafen dient auch als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen an die Ukraine.
Am Donnerstag übernahm "wegen der besonderen Bedeutung des Falles" die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen. Untersucht wird der Verdacht des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion sowie eines gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr.
Neue Details zum Vorfall schilderte am Freitag Detlef Seif, CDU-Obmann im Innenausschuss des Bundestages. "Ein Busfahrer hat die Drohne im Niedrigflug weggetreten", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.
Das Fluggerät sei daraufhin abgestürzt und am Boden liegen geblieben. "Diese stürzte dann ab und blieb auf dem Boden liegen. Ob sie flugunfähig war, ist unklar."
Seif bezeichnete das Eingreifen des Mannes als äußerst riskant. "Die Aktion des Busfahrers war sehr gewagt und mutig, aber auch sehr gefährlich", erklärte der CDU-Politiker. Möglicherweise hatte sein Eingreifen entscheidende Folgen: "Eventuell hat der Busfahrer mit seinem Eingreifen das Anschlagsziel verhindert."
Innenminister Dobrindt hatte sich bereits am Mittwoch am Flughafen mit Vertretern von Polizei und Sicherheitsbehörden über den Vorfall informiert. Anschließend sprach er von einem "neuen Bedrohungsszenario".
Vermutungen richten sich gegen Russland, Belege dafür liegen bislang jedoch nicht vor. Wer hinter der Drohne steckt und welches Ziel sie hatte, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.