Lage verschlimmert sich

Nahost-Krise – Gas so teuer wie seit 2022 nicht mehr

Der europäische Erdgaspreis ist auf den höchsten Stand seit Ende 2022 gestiegen. Hintergrund ist die Eskalation im Nahen Osten.
Team Wirtschaft
14.09.2026, 14:13
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Der Preis für europäisches Erdgas ist zu Wochenbeginn deutlich in die Höhe geschossen. Auslöser sind akute Angebotssorgen wegen Lieferausfällen aus den Fördergebieten am Persischen Golf. Der richtungsweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Auslieferung in einem Monat legte an der Börse in Amsterdam im frühen Handel um mehr als fünf Prozent zu und markierte mit 83,75 Euro je Megawattstunde (MWh) den höchsten Stand seit Ende 2022.

Angst vor weiteren Lieferunterbrechungen

Hinter dem Preissprung steht die Furcht vor einer länger anhaltenden Unterbrechung der Flüssiggas-Lieferungen (LNG) aus dem Nahen Osten, verursacht durch die Blockade der Straße von Hormus. Hoffnungen auf eine rasche diplomatische Entspannung zerschlugen sich vorerst, nachdem ein ursprünglich für Montag angesetztes Treffen zwischen dem Iran und mehreren Golfstaaten zur Lage in der strategisch entscheidenden Meerenge kurzfristig abgesagt wurde.

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Gespräche wurden verschoben

Wie der Außenminister des Oman, Badr al-Busaidi mitteilte, sei das regionale Treffen verschoben worden. Berichten zufolge war geplant gewesen, dass der Iran und der Oman dort eine Einigung im festgefahrenen Konflikt präsentieren. Gleichzeitig zogen auch die Ölpreise kräftig an, da in Saudi-Arabien infolge von Drohnenangriffen eine wichtige Rohöl-Pipeline geschlossen werden musste.

Gaspreis hat sich heuer bereits verdreifacht

Im bisherigen Jahresverlauf hat sich der europäische Gaspreis damit bereits fast verdreifacht. Ein Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen rund um den Iran und der damit einhergehenden Lieferbeschränkungen für Energierohstoffe ist derzeit nicht in Sicht. Für europäische Länder wie Deutschland wächst so der Zeitdruck, die vor dem Wintereinbruch ungewöhnlich niedrigen Speicherstände rechtzeitig aufzufüllen.

Experten warnen bereits, dass während der kommenden Heizperiode ein deutlich härterer Wettbewerb um die verfügbaren Gasmengen droht, sollten die weltweiten Lieferströme knapp bleiben. Zwar waren die LNG-Importe laut Bloomberg nach Westeuropa Anfang September kurzzeitig gestiegen, in der vergangenen Woche sanken die Lieferungen jedoch wieder, während sich die Einspeicherung in ganz Europa verlangsamte.

Lagerstand in Österreich deutlich niedriger als 2025

Auch in Österreich blickt man mit Spannung auf den bevorstehenden Winter: Die heimischen Gasspeicher sind aktuell zu 66,91 Prozent gefüllt. Die Speicherkapazitäten im Land gelten zwar als vergleichsweise groß, vor einem Jahr lag der Füllstand zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits bei mehr als 82 Prozent. Das aktuelle Niveau entspricht einer Menge von rund 67,1 Terawattstunden (TWh), während der österreichische Jahresverbrauch bei rund 75 TWh liegt. In Spitzenjahren wie etwa 2021 waren es allerdings auch schon 96 TWh.

Das eingelagerte Gas ist jedoch nicht automatisch zur Gänze für Österreich bestimmt. Laut Daten von E-Control gehören etwas mehr als 30 TWh ausländischen Speicherkunden, während 20 TWh auf die von der Republik Österreich angelegte strategische Gasreserve entfallen.

tmw,14.09.2026, 14:13