Jazz im Porgy & Bess

"Neil Cowley Trio" live in Wien – von Adele empfohlen

Vor zwei Jahren hat das Neil Cowley Trio wieder zusammengefunden. Nun gehen sie gemeinsam auf Tour, kommende Woche sind sie in Wien.
Jochen Dobnik
27.01.2026, 20:47
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Als Junge studierte Neil Cowley klassische Musik und spielte bereits mit 10 Jahren ein Shostakovich-Klavierkonzert vor ausverkauftem Haus in der Queen Elizabeth Hall in London. Doch schon in seinen Teenagerjahren wandte er sich von der Klassik ab und tauchte ein in die Welt von Old-School-RnB, Soul und Funk. Er arbeitete mit einigen der erfolgreichsten Bands seiner Zeit zusammen, darunter Brand New Heavies und Zero 7, während er parallel mit seinem eigenen Chill-out-Duo Fragile State experimentierte.

2005 kehrte Cowley zu seiner ersten Liebe zurück: dem Klavier, und gründete mit dem Bassisten Rex Horan und dem Schlagzeuger Evan Jenkins das Neil Cowley Trio. Mit ihrem dynamischen Sound und dem Mix aus Jazz und Rock katapultierten sie sich an die Spitze einer neuen britischen Post-Jazz-Bewegung. Am Montag, 2. Februar, kommen sie live ins Porgy & Bess nach Wien.

Die Musik des Trios zeichnet sich durch eingängige Melodien, stadionreife Piano-Riffs und verspielte Passagen aus, die plötzlich in filigrane, berührende Momente übergehen – und damit das klassische Konzept des Jazz-Klaviertrios auf den Kopf stellten.

Sechs gefeierte Studioalben folgten: Displaced (2006), Gewinner des BBC Jazz Award 2007 für das beste Album, Loud... Louder... Stop (2008), von Mojo als "Modern Classic" gefeiert, Radio Silence (2010), das Cowleys Status als brillanter Komponist festigte, The Face of Mount Molehill (2012) mit Streichensemble, das den Jazz FM Award 2013 als Best UK Jazz Act einbrachte, sowie Touch and Flee (2014), Cowleys "Konzertsaal-Album". 2016 setzte das Trio mit Spacebound Apes, einem reichlich kreativen Konzeptalbum mit elektronischen Elementen, noch einen drauf – ein echtes "Post-Rock-Jazz-Meisterwerk" und zugleich ihr Opus Magnum.

Neben den Alben erwarb sich das Trio einen Ruf für mitreißende Live-Auftritte, geprägt von Cowleys britischem Witz und seiner außergewöhnlichen Verbindung zum Publikum.

Neben seinen Trio-Aufnahmen wurde Cowley zum gefragten Pianisten für Künstler, die Jazz-Technik und rhythmische Raffinesse brauchen. Er steuerte unter anderem Piano-Spuren zu weltweiten Chart-Hits der Grammy-Gewinnerin Adele bei, darunter "Rolling in the Deep", was ihn 2011 zum am meisten gehörten Pianisten der Welt machte.

Auch Künstler wie Emeli Sandé, Birdy und Michael Kiwanuka profitierten von seinem goldenen Piano-Touch.

2017 legte Cowley das Trio auf Eis, um solo neue Wege zu gehen. Mit Elementen aus Ambient, elektronischer Musik und Neoklassik arbeitete er mit Maribou State, Jacana People, Rival Consoles, Christian Löffler und anderen zusammen.

2024, nach sieben Jahren Solo-Abstinenz, traf sich das Neil Cowley Trio erneut. Die freudige Wiedervereinigung mündet in ihrem siebten Studioalbum "Entity" – ein Comeback, das Fans und Kritiker gleichermaßen elektrisiert.

"Ich habe das Gefühl, dass wir als Spezies nach den Schwierigkeiten der letzten Jahre immer noch lernen, miteinander umzugehen, und die Technologie scheint nicht zu wollen, dass wir diese Flammen wieder entfachen. Sie möchte lieber, dass wir in ihrer Künstlichkeit verharren und weiter scrollen, während wir unsere Aufmerksamkeit eifersüchtig für kommerzielle Gewinne schützen. Vielleicht ist das der kleine Beitrag meiner Band zu einer Art menschlichem Widerstand! Im Gegensatz zu den Maschinen, denen wir dienen, präsentieren wir etwas, das unverkennbar menschlich ist: gemeinschaftlich, unterstützend, flexibel, reaktiv, unmittelbar und fehlerhaft; und vielleicht, wenn wir uns auf dem Höhepunkt unserer Selbstlosigkeit befinden, sogar etwas, das man ein Wesen nennen könnte!", so Cowley.

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