Kritik an KI-Chatbot

NEOS: "86.800 € sind ein ziemlich teures Telefonbuch"

Nach einem Test des neuen KI-Chatbot des Landes sorgt nun eine Anfragebeantwortung der Landeshauptfrau für Kritik der NEOS.
Erich Wessely
21.09.2026, 05:30
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Die Pinken unterzogen den neuen KI-Chatbot des Landes einem Test: Das Ergebnis überrasche aber negativ, heißt es seitens der NEOS, ein echter Nutzen für die Menschen sei nicht erkennbar, so die Kritik – "Heute" berichtete.

In einer Anfragebeantwortung wird von Landeschefin Johanna Mikl-Leitner (VP) auch auf die Kosten eingegangen. Die einmaligen Kosten würden sich auf rund 61.600 € belaufen, dazu kommen laufende Kosten von 25.200 € im Jahr.

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Aber: Die Menschen müssten trotz des neuen Angebots letzten Endes erst recht immer irgendwo anrufen, damit sie die Auskunft bekommen, die sie benötigen. Von 1. Juli bis 20. August hab es 7.515 Aufrufe (147 x täglich). Mit Blick auf die Gesamtkosten seien dies laut NEOS 11 € pro Anfrage.

"Das ist keine digitale Entlastung"

NEOS-Mandatar Christoph Müller: "86.800 € im ersten Jahr für einen Assistenten, der den Menschen am Ende nur sagt, wo sie anrufen sollen – das ist keine digitale Entlastung, sondern ein ziemlich teures Telefonbuch. Wenn weder weniger Anfragen noch Einsparungen in der Verwaltung gemessen werden, muss sich die Landesregierung schon die Frage gefallen lassen, welchen konkreten Nutzen dieser Assistent bringt und ob das Steuergeld hier wirklich gut investiert ist."

Zum Nutzen: In der Anfragebeantwortung hieß es, dass Effizienzgewinne und Einsparungen derzeit nicht gemessen werden könnten. Gleichzeitig wird seitens des Landes eingeräumt, dass im Zeitraum der Anfrage kein Rückgang bei der Anzahl der Anrufer im Bereich des Bürgerservicetelefons sowie bei den schriftlichen Anfragen zu verzeichnen war – "was letzten Endes bedeutet, dass es eben nicht mehr Effizienz und Einsparungen gibt", so die NEOS-Conclusio.

Landtagsabgeordneten Christoph Müller betont: Gegen die Kosten sei eigentlich nichts einzuwenden, wenn dieser Online-Assistent einen echten Nutzen schaffen würde. Das tue er aber nicht. Derzeit koste er nur Geld, spare aber nichts in der Verwaltung und steigere auch nicht die Effizienz. Insofern bleibe die Frage, wozu die Landesregierung diese Maßnahme ergriffen habe, unbeantwortet. "Jede KI, von Perplexity über Claude, liefert konkretere Ergebnisse, ohne dass der Steuerzahler in Niederösterreich dafür zur Kasse gebeten wird", so die ENOS-Kritik.

wes,21.09.2026, 05:30