Diskussion über Kosten

Neue AMS-Revolution – was jetzt alles anders wird

Die Kosten für Kurzzeitarbeitslosigkeit belaufen sich laut Experten auf bis zu 700 Millionen Euro pro Jahr. Nun geht es dieser Praxis an den Kragen.
Michael Rauhofer-Redl
03.12.2025, 17:16
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Aktuell wird über das sogenannte "Zwischenparken" beim Arbeitsmarktservice (AMS) diskutiert. Betriebe im Tourismus oder im Baubereich machen davon regelmäßig Gebrauch, um saisonale Schwankungen auszugleichen.

Mitarbeiter werden gekündigt und nach wenigen Wochen wieder angestellt. In der Zwischenzeit bekommen die Betroffenen Arbeitslosengeld – das verursacht hohe Kosten für die Allgemeinheit.

Allgemeinheit zahlt bis zu 700 Millionen Euro

In der Zeit, in der die Mitarbeiter arbeitslos gemeldet sind, werden sie seitens des AMS nicht an andere Betriebe weitervermittelt, weil sie in der Regel eine Zusage zur Wiedereinstellung beim "alten" Betrieb vorweisen können. Das ist kein Randphänomen, sondern vielerorts gängige Praxis.

In den Wintermonaten hat statistisch gesehen jeder fünfte Arbeitslose eine solche Wiedereinstellungszusage – also etwa 65.000 Menschen in Österreich. Experten des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) beziffern die dadurch auftretenden Kosten auf bis zu 700 Millionen Euro.

Müssen Betriebe mehr zahlen?

AMS-Chef Johannes Kopf will die Kurzzeitarbeitslosigkeit stärker bekämpfen, um Kosten zu sparen. Wie auch Kopf fordert die Arbeiterkammer eine Kostenbeteiligung jener Betriebe, die von dieser Praxis Gebrauch machen. Jene Unternehmen, die dieses "Zwischenparken" häufiger in Anspruch nehmen, sollen höhere Beiträge in die Arbeitslosenversicherung einzahlen – quasi nach dem Verursacherprinzip. Dafür könnte man andere Betriebe entlasten.

Gegenüber dem ORF-Radio Ö1 nennt WIFO-Ökonom Helmut Mahringer im Morgenjournal am Mittwoch einen weiteren Vorschlag, um das "Zwischenparken" unattraktiver zu gestalten. "Um in Österreich besonders das kurzfristige Abstellen in Arbeitslosigkeit zu vermeiden, böte sich an, dass Betriebe in der ersten Phase der Arbeitslosigkeit – etwa vier Wochen – die Kosten des Arbeitslosengeldes übernehmen", so der Experte.

So reagiert die Politik

Diesen Vorschlag sieht man in der Wirtschaftskammer skeptisch. Sie verweist darauf, dass in typischen Saison-Branchen – Bau, Tourismus oder Landwirtschaft – keine durchgehende Beschäftigung möglich sei. Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage lehnt die Kammer zusätzliche Belastungen für die Betriebe ab.

Das Sozialministerium erklärt gegenüber Ö1, man könne über höhere Beiträge für die Arbeitslosenversicherung für Branchen, die für mehr Kurzzeitarbeitslosigkeit sorgen, nachdenken. In erster Linie setze man aber auf Anreize.

{title && {title} } mrr, {title && {title} } Akt. 04.12.2025, 10:05, 03.12.2025, 17:16
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