Bargeld beim Bäcker holen, ohne ein Semmerl kaufen zu müssen? Was derzeit nicht überall möglich ist, könnte in Zukunft deutlich einfacher werden. Die EU arbeitet an neuen Vorschriften, die den Zugang zu Bargeld verbessern und Gebühren beim Geldabheben transparenter machen sollen.
Besonders für Menschen in ländlichen Regionen könnte sich dadurch einiges ändern. Denn dort ist der nächste Bankomat oft nicht gleich um die Ecke.
Eine der wichtigsten geplanten Neuerungen betrifft Bargeldabhebungen direkt im Geschäft. Supermärkte, Bäckereien und andere Händler sollen ihren Kunden künftig Geld auszahlen können, auch wenn diese nichts einkaufen.
Bisher ist eine Bargeldauszahlung im Handel häufig an einen Einkauf gebunden. Diese Voraussetzung könnte mit den neuen EU-Regeln wegfallen.
Allerdings soll nicht jedes Geschäft dazu verpflichtet werden. Ob ein Händler die Möglichkeit anbietet, bleibt freiwillig. Außerdem muss ausreichend Bargeld in der Kassa vorhanden sein.
Für das neue Angebot sind klare Sicherheitsregeln vorgesehen. Wer im Geschäft Bargeld beheben möchte, muss sich entsprechend ausweisen beziehungsweise die Auszahlung autorisieren. Das könnte etwa mit einer Bankomatkarte und der dazugehörigen PIN erfolgen.
Auch bei der Höhe der Auszahlung soll es eine Grenze geben. In den bisherigen EU-Unterlagen ist ein Rahmen von bis zu 150 Euro pro Abhebung vorgesehen.
Wie die Regelung am Ende genau aussieht, hängt allerdings noch von der endgültigen Gesetzesfassung und der Umsetzung in den einzelnen Mitgliedstaaten ab.
Neben den neuen Bargeldmöglichkeiten im Handel will die EU auch für mehr Klarheit bei Bankomatgebühren sorgen. Künftig sollen Kunden bereits vor der Bestätigung einer Abhebung erfahren, welche Kosten anfallen.
Das betrifft insbesondere Geldautomaten, die nicht von der eigenen Bank betrieben werden. Auch mögliche Wechselkursaufschläge sollen rechtzeitig ersichtlich sein. Damit sollen Kunden vor der Auszahlung besser beurteilen können, wie teuer die Geldbehebung tatsächlich wird.
Mit den geplanten Änderungen will die EU vor allem den Zugang zu Bargeld erleichtern. Gerade außerhalb größerer Städte kann es schwierig sein, einen Bankomaten in der Nähe zu finden.
Wenn künftig auch Geschäfte ohne Einkaufsverpflichtung Bargeld auszahlen dürfen, könnten sich zusätzliche Möglichkeiten für die Bevölkerung ergeben.
Voraussetzung bleibt allerdings, dass Händler diesen Dienst tatsächlich anbieten.
Auf die Änderungen müssen sich Konsumenten noch gedulden. Das EU-Parlament und die Mitgliedstaaten hatten sich Ende November 2025 vorläufig auf neue Vorschriften für Zahlungsdienste verständigt.
Diese Einigung war jedoch noch kein endgültiger Gesetzesbeschluss. Bevor die neuen Bestimmungen verbindlich werden, muss das europäische Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen werden.
Bis dahin gelten die bisherigen Regeln für Bargeldabhebungen und mögliche Gebühren weiter. Für Bankomatkunden und Menschen ohne Bankomat in der Nähe könnte die Reform künftig dennoch eine spürbare Erleichterung bringen.