Am MedUni Campus AKH wurden zwei neue Forschungszentren offiziell eröffnet. Das Center for Translational Medicine (CTM) und das Eric Kandel Institute – Center for Precision Medicine (CPM) sollen Forschung und Patientenversorgung enger zusammenbringen.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Erkenntnisse aus dem Labor schneller in die medizinische Behandlung gelangen können. Gleichzeitig soll die Medizin stärker auf die individuellen biologischen und molekularen Eigenschaften von Patientinnen und Patienten abgestimmt werden. Die beiden Gebäude sind über Brücken direkt mit dem AKH verbunden.
Bei der Eröffnung waren unter anderem MedUni-Rektor Markus Müller, Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) und Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) dabei.
"Wir investieren nicht in Forschung um ihrer selbst willen. Wir investieren in Forschung, weil sie unser Leben besser machen kann", sagte Holzleitner. Mit den neuen Zentren sollen aus wissenschaftlichen Erkenntnissen schneller konkrete Fortschritte für Patientinnen und Patienten werden.
Auch Bürgermeister Ludwig betonte die Verbindung von Forschung und Versorgung: "Wenn Spitzenforschung und Patientenversorgung Tür an Tür arbeiten, kommen neue Therapien schneller und präziser dort an, wo sie gebraucht werden – bei den Menschen in unserer Stadt."
Das Center for Translational Medicine umfasst rund 14.000 Quadratmeter Nutzfläche. Dort sollen unter anderem klinische Studien, Laborforschung, eine Biobank sowie präklinische Forschung unter einem Dach Platz finden. Die Gesamtinvestition beträgt rund 120 Millionen Euro, finanziert von Bund und Stadt Wien.
Im Gebäude befindet sich außerdem das nach dem Kardiologen Eugene Braunwald benannte Auditorium – der größte Hörsaal der MedUni Wien.
Das rund 90 Millionen Euro teure Eric Kandel Institute bietet auf etwa 6.100 Quadratmetern Platz für die Forschung an personalisierter und digitaler Medizin. Künftig sollen dort rund 200 Forscherinnen und Forscher an neuen Methoden für Prävention, Diagnose und Therapie arbeiten.
Zum Einsatz kommen unter anderem Genomsequenzierung, molekulare Bildgebung und Bioinformatik. Ziel ist es, Krankheiten anhand individueller Merkmale genauer zu erkennen und gezieltere Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Benannt ist das Zentrum nach dem 1929 in Wien geborenen Nobelpreisträger Eric Kandel. Er musste 1939 mit seiner Familie vor dem NS-Regime in die USA fliehen. Im Jahr 2000 erhielt er den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. "Er hat herausgefunden warum wir uns Dinge merken. Es ist eine Ehre, dass er uns erlaubt hat, seinen Namen für dieses Zentrum zu verwenden", so MedUni-Rektor Markus Müller.
Kandel ging in New York in ein 3D-Studio, um schließlich in einer polnischen Druckerei eine Statue von ihm anfertigen zu können. Diese steht vor dem Eingang des neuen Forschungszentrums und ist "ein sehr schöner Selfie-Point für die Zukunft" ist Müller überzeugt.