Was für ein Trümmerfeld! Am Tag nach der spektakulären Güterzug-Kollision beim Verschubbahnhof Wien-Kledering zeigen neue Fotos das gewaltige Ausmaß der Zerstörung.
Nagelneue BMW liegen auf dem Dach, Autotransportwaggons sind ineinander verkeilt, schwere Stahlkonstruktionen wurden regelrecht zerfetzt.
Wo am Dienstagabend noch meterhohe Flammen und eine riesige Rauchsäule zu sehen waren, liegen am Mittwoch (21. Oktober) die Überreste des verheerenden Zugunglücks.
Die neuen Aufnahmen von der Unfallstelle sprechen für sich. Mehrere Autos sind von ihren Transportwaggons gestürzt und liegen kopfüber neben den Schienen. Bei einem weißen BMW ist das Fahrgestell nach oben gerichtet, Teile der Karosserie sind völlig zerstört.
Daneben liegen weitere beschädigte Fahrzeuge zwischen verbogenen Metallstreben und abgerissenen Teilen der Waggons. Auch ein dunkler BMW ist auf den Fotos zu sehen. Sein Dach ist stark eingedrückt, die Frontpartie erheblich beschädigt.
Ein anderes Fahrzeug steht noch auf einem Transportwaggon. Doch auch dort ist der Schaden gewaltig: Das Dach wurde im vorderen Bereich regelrecht aufgerissen.
Besonders eindrucksvoll sind die Bilder der zerstörten Autotransportwagen. Die schweren, blau lackierten Eisenbahnwaggons liegen teilweise schräg über den Gleisen. Einzelne Konstruktionsteile ragen in die Luft, Geländer und Träger wurden verbogen oder abgerissen.
Zwischen den beschädigten Transportebenen hängen Teile der einst verladenen Fahrzeuge. An anderen Stellen sind die Autos bereits vollständig heruntergestürzt. Absperrbänder sichern den Unglücksort.
Zu dem schweren Unfall war es am Dienstag (20. Oktober) gegen 17.25 Uhr am Zentralverschiebebahnhof Wien-Kledering bei Schwechat gekommen. Zwei Güterzüge kollidierten seitlich miteinander. Im Bahnverkehr wird ein solcher Zusammenstoß als "Flankenfahrt" bezeichnet.
Nach Angaben der ÖBB entgleisten dabei drei mit Pkw beladene Güterwagen und kippten teilweise um. In weiterer Folge gerieten einzelne Fahrzeuge und Waggons in Brand. Eine riesige schwarze Rauchsäule stieg über dem Bahnhof auf und war kilometerweit bis nach Wien sichtbar.
Auf einem der beteiligten Güterzüge wurden fabrikneue BMW transportiert, darunter nach bisherigen Informationen auch Elektroautos. Mehrere Fahrzeuge wurden durch die Kollision und das anschließende Feuer schwer beschädigt.
Die Flammen breiteten sich im Bereich der entgleisten Waggons aus und machten einen Großeinsatz der Feuerwehr notwendig. Den Einsatzkräften gelang es schließlich, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Wie der ORF am Mittwochfrüh berichtete, waren insgesamt mehr als 100 Feuerwehrleute von 18 Feuerwehren an den Löscharbeiten beteiligt.
Eine besondere Herausforderung stellten das weitläufige Bahnhofsgelände und die Löschwasserversorgung dar.
Angesichts der gewaltigen Schäden ist eine Nachricht besonders bemerkenswert: Bei dem Zugunglück wurde nach den bisherigen Angaben niemand verletzt. Auch der Personenverkehr der ÖBB war von der Kollision nicht unmittelbar betroffen.
Anders sieht die Situation beim Güterverkehr aus. Der Betrieb des Zentralverschiebebahnhofs wurde vorübergehend teilweise eingeschränkt. Betroffene Güterzüge und Verschubfahrten mussten über andere Strecken umgeleitet werden.
Wie hoch der finanzielle Schaden tatsächlich ausfällt, ist derzeit noch nicht bekannt. Fest steht, dass nicht nur zahlreiche transportierte Fahrzeuge beschädigt wurden. Auch an den Güterwaggons und an der Eisenbahninfrastruktur entstand erheblicher Sachschaden. Die neuen Fotos lassen bereits erahnen, wie aufwendig die Bergung werden könnte.
Warum die beiden Güterzüge am Dienstagabend seitlich zusammenstießen, ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Die ÖBB arbeiten mit den zuständigen Stellen zusammen, um den Hergang aufzuklären.