Die Angst weicht nicht aus Reichenau an der Rax (Bezirk Neunkirchen, NÖ). Erst vor wenigen Tagen wurden bei einer schweren Hundeattacke zwei Tiere lebensgefährlich gebissen ("Heute" berichtete). Nun kam es erneut zu einem Zwischenfall mit demselben frei laufenden Hund. Die Polizei bestätigt den Vorfall und verkündet weitere Schritte.
Wie die Polizei der "Heute" mitteilt, kam es am Dienstag, dem 3. Februar 2026, gegen 17.15 Uhr erneut zu einer gefährlichen Situation. Ein Mann war mit seinem kleinen Hund spazieren, als er auf der Straße einem herrenlosen, großen Hund begegnete. Von Besitzer oder Leine des großen Hundes war nichts zu sehen, wie ein auf Facebook kursierendes Foto zeigt.
Beim Aufeinandertreffen von Kleinhund-Besitzer und großem Hund kam es scheinbar zur Auseinandersetzung. Die Polizei sagt darüber im "Heute"-Gespräch: "Ein Hundebesitzer wurde am 3. Februar leichtgradig am Finger verletzt. Er wollte scheinbar seinen kleinen Hund vor dem großen Hund auf der Straße beschützen."
Gegenüber den Bezirksblättern schildert der Besitzer des großen Hundes "Lini" den Vorfall später anders: "Ich war zu dem besagten Zeitpunkt bereits mit meiner Frau vor Ort. Der Mann wurde nicht gebissen, sondern hat 'Lini' mit der Hand von dem kleinen Hund weggestoßen und sich dabei selbst verletzt."
Die Polizei sieht das anders: "Der Besitzer bekommt aufgrund des letzten Vorfalls eine Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung." Mehr sei aktuell nicht möglich: "Wir haben mit dem Bericht und der Anzeige alles getan, was wir tun können. Festgenommen wird der Hundebesitzer nicht."
Der neue Vorfall sorgt besonders deshalb für Unruhe, weil erst wenige Tage zuvor Hunde zu Schaden kamen. Damals waren zwei kleine Hunde ebenso in der Feuchterstraße von zwei großen Hunden attackiert und schwer verletzt worden. Ihre Besitzerin schilderte später, sie sei bei dem Angriff "durch die Hölle gegangen". Einer der Angreifer-Hunde soll wieder "Lini" sein – es ist also ihr zweiter Angriff binnen 14 Tagen.
VP-Bürgermeister Hannes Döller reagierte umgehend, als er vom aktuellen Vorfall hörte. "Scheinbar ist am Dienstag erneut ein Hund ausgebüxt, der schon am 20. Jänner einen Hund attackiert hat", so der Ortschef im "Heute"-Gespräch. "Ich habe am Dienstagabend erfahren, dass dieser Hund wieder herrenlos auf der Straße herumgelaufen ist. Darum habe ich am Mittwoch in der Früh sofort der Bezirkshauptmannschaft geschrieben und gefragt, was wir da tun können."
Döller betont, wie groß die Verunsicherung im Ort ist: "Ich würde auch gerne schnell handeln und für Sicherheit sorgen, damit sich die anderen Hundebesitzer wieder auf die Straße trauen." Laut dem Ortschef seien die rechtlichen Möglichkeiten jedoch begrenzt. "Die BH und ich haben alles getan, was gesetzlich möglich ist. Es wird überlegt, ob man die Hunde der Familie irgendwie entziehen kann. Aber die Gesetze sind leider träge."
Seine Kritik fällt deutlich aus: "Wir sind in dem Fall mit Druck dahinter. Aber anders als diese attackierenden, beißenden Hunde sind unsere Gesetze zahnlos."