Der Wiener Gesundheitsverbund (Wigev) erweitert mit einem Neubau in der Klinik Favoriten bis 2029 das psychiatrische Angebot für Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche. Derzeit stehen am Standort 44 Betten für psychiatrische Patienten zur Verfügung. Künftig werden es 120 Betten sein – davon 80 für Erwachsene und 40 für Kinder und Jugendliche.
"Psychische Erkrankungen zählen zu den großen gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit. Mit der neuen Psychiatrie stärken wir die psychiatrische Versorgung in Wien nachhaltig und schaffen moderne Strukturen für eine zeitgemäße Behandlung. Aktuell erfolgen am Standort rund 1.000 stationäre Aufnahmen und etwa 3.500 Ambulanzkontakte pro Jahr", erklärt Wigev-Generaldirektorin Evelyn Kölldorfer-Leitgeb in einer Aussendung.
Die neue Psychiatrie umfasst rund 20.500 Quadratmeter Netto-Grundrissfläche auf insgesamt sechs Ebenen. Neben den Stationen entstehen Ambulanzen, Tageskliniken sowie vielfältige Therapie- und Aufenthaltsbereiche. Großzügige Außenflächen, Dachterrassen, Bewegungs- und Begegnungsbereiche bieten zusätzlichen Raum. Auch eine Heilstättenschule wird integriert, damit junge Patienten während ihres Aufenthalts am schulischen Unterricht teilnehmen können.
"Mit der neuen Psychiatrie in der Klinik Favoriten stärken wir die Gesundheitsversorgung in einer wachsenden Stadt und schaffen moderne Rahmenbedingungen für Patient*innen sowie Mitarbeiter*innen. Der Wiener Gesundheitsverbund investiert damit gezielt in eine zukunftsfitte Infrastruktur, die den steigenden Anforderungen in der medizinischen Versorgung gerecht wird", betont Gesundheits-Stadtrat Peter Hacker (SPÖ).
Mit der neuen Psychiatrie soll die Behandlung noch stärker auf unterschiedliche Bedürfnisse von Patienten abgestimmt werden: Die Erwachsenen-Psychiatrie wird künftig vier spezialisierte Stationen mit jeweils 20 Betten umfassen: eine Transitionspsychiatrie für junge Erwachsene, eine Erwachsenenpsychiatrie bis 65 Jahre, eine Alterspsychiatrie sowie eine Station für Akutpsychosomatik.
"Die neue Struktur ermöglicht eine noch gezieltere Behandlung, weil Patientinnen je nach Alter, Krankheitsbild und Behandlungsbedarf auf spezialisierten Stationen betreut werden können und Intensität sowie Dauer der Therapie entsprechend angepasst werden", erklärt Kurt Stastka, Vorstand der Psychiatrischen Abteilung der Klinik Favoriten.
Parallel zum Ausbau wächst auch das Team deutlich: Derzeit arbeiten rund 60 Vollzeitäquivalente in der psychiatrischen Versorgung am Standort. Künftig sollen es auch dank einer Ausbildungs-Kooperation mit der Medizinischen Universität Wien über 200 sein.