Am MedUni Campus AKH gibt es zwei neue Forschungszentren. Das Center for Translational Medicine und das Eric Kandel Institute sollen Forschung und Patientenversorgung enger miteinander verbinden. Bei der Eröffnung sorgte neben den Millionen-Investitionen auch eine besondere Statue für Aufmerksamkeit.
Wo künftig geforscht wird, steht ein prominenter Nobelpreisträger vor der Tür: Eine Statue von Eric Kandel begrüßt Besucher des nach ihm benannten Forschungszentrums. Kandel wurde 1929 in Wien geboren und floh 1939 mit seiner Familie vor dem NS-Regime in die USA. Im Jahr 2000 erhielt er den Nobelpreis für Medizin. Für die Statue wurde laut MedUni-Rektor Markus Müller extra ein 3D-Modell von Kandel angefertigt.
Das Center for Translational Medicine (CTM) umfasst rund 14.000 Quadratmeter Nutzfläche. Klinische Studien, Laborforschung, eine Biobank und präklinische Forschung sollen dort unter einem Dach zusammenkommen. Die Investitionssumme beträgt rund 120 Millionen Euro, finanziert von Bund und Stadt Wien. Direkt mit dem AKH verbunden sind die beiden neuen Gebäude über Brücken. Die Idee dahinter: Erkenntnisse aus der Forschung sollen schneller in der medizinischen Behandlung ankommen.
Auch das Eric Kandel Institute – Center for Precision Medicine (CPM) für 90 Millionen Euro ist auf Forschung mit direktem Bezug zur Patientenversorgung ausgerichtet. Auf rund 6.100 Quadratmetern sollen künftig etwa 200 Forscherinnen und Forscher an personalisierter und digitaler Medizin arbeiten. Zum Einsatz kommen unter anderem Genomsequenzierung, molekulare Bildgebung und Bioinformatik.
Bei der Eröffnung sprach auch Eva Dichand, Vorsitzende des Universitätsrates der MedUni Wien, über die Bedeutung von Wissenschaft und Bildung. Sie verwies auf die gesellschaftlichen Spannungen weltweit und warnte gleichzeitig vor den angekündigten Budgetkürzungen im universitären Bereich.
Dichand sagte, Wissenschaft und Universitäten seien derzeit nicht jene Themen, die politisch ausreichend im Mittelpunkt stünden. Die angekündigten Einsparungen könnten ihrer Einschätzung nach langjährige Arbeit an der Universität gefährden. Sie appellierte an die Politik, Bildung und Gesundheitsversorgung stärker zu unterstützen. Dass die beiden neuen Forschungszentren unter Anstrengung aller Beteiligten möglich waren, freut sie sehr: "Dieses Gebäude und sein Zweck werden für die Forscher, Studierenden und Ärzte dieser und der kommenden Generationen ein Zuhause sein", so Dichand.
Bei der Eröffnung waren unter anderem auch Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner und Wiens Bürgermeister Michael Ludwig dabei. Holzleitner betonte, Forschung solle nicht Selbstzweck sein, sondern zu konkreten Verbesserungen für Patientinnen und Patienten führen.
Auch Ludwig hob die räumliche Nähe von Forschung und Versorgung hervor: Wenn Spitzenforschung und Patientenversorgung direkt nebeneinander stattfinden, könnten neue Therapien schneller bei den Menschen ankommen.