Der oberösterreichische Motorradhersteller KTM steht im Zentrum eines neuen Abgasskandals.
Laut einer einjährigen Untersuchung sollen autorisierte Händler des Innviertler Unternehmens systematisch Offroad-Motorräder illegal umbauen und mit falschen Straßenzulassungen verkaufen.
Die Enduro-Maschinen kommen gedrosselt zu den Händlern, werden dort aber entdrosselt - von 15 auf 50 PS. Auf dem Papier handle es sich um eine gedrosselte Maschine, tatsächlich habe sie volle Kraft. Die Folge: Die Bikes stoßen deutlich mehr Abgase und Lärm aus als erlaubt.
Wie NTV unter Berufung auf einen ZDF-Bericht meldet, ergaben verdeckte Besuche bei Anbietern in Deutschland und sechs weiteren europäischen Ländern, dass die Maschinen oft bereits entdrosselt in den Verkaufsräumen standen - noch bevor Kunden Wünsche äußern konnten.
"Beim giftigen Kohlenmonoxid war es so, dass die Messwerte für diese entdrosselte Variante ungefähr so hoch sind wie bei einer alten Diesel-Lokomotive", sagt Peter Mock vom International Council on Clean Transportation (ICCT) - jenem Umweltverband, der vor einem Jahrzehnt den VW-Abgasskandal aufgedeckt hatte.
Die Vorgänge seien "grob rechtswidrig und illegal", erklärt Umweltanwalt Remo Klinger: "Das ist klare illegale Manipulation." Auch die EU-Kommission zeigt sich alarmiert und fordert Korrekturmaßnahmen.
KTM, das erst kürzlich vor der Pleite gerettet wurde, weist die Vorwürfe zurück. Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) erklärte jedoch, den Hinweisen aktiv nachzugehen. Der Hersteller soll den Umbausatz für die Entdrosselung gleich mitgeliefert haben.