Die Legionellen-Welle in Linz fordert einen weiteren Erkrankten: Wie Gesundheitsdirektor Ulrich Püschel am Mittwoch gegenüber "Heute" bestätigt, kam ein neuer Fall dazu. Damit sind inzwischen insgesamt 30 Menschen erkrankt, drei starben im Zusammenhang mit der Infektion.
Trotz des neuerlichen Anstiegs sieht die Behörde Anzeichen dafür, dass sich das Infektionsgeschehen langsam beruhigen könnte. Die wenigen Fälle, die derzeit noch dazukommen, "nehmen wir auch eher als Abklang wahr", erklärt Püschel.
Vom zeitlichen Ablauf her könnte sich der neue Patient noch im Bereich des belasteten Linz-AG-Kühlturms angesteckt haben. Ob die Anlage tatsächlich die Quelle des Ausbruchs war, ist allerdings nach wie vor nicht bewiesen.
Legionellen kommen von Natur aus in geringer Konzentration im Wasser vor. Unter bestimmten Bedingungen können sich die Bakterien allerdings stark vermehren – etwa bei großer Hitze, in Warmwasseranlagen großer Gebäude oder in künstlichen wasserführenden Systemen.
Eine Infektion kann die sogenannte Legionärskrankheit auslösen. Dabei handelt es sich um eine schwere Form der Lungenentzündung, die mit Antibiotika behandelt werden muss.
Es gibt allerdings auch mildere Verläufe ohne Lungenentzündung. Das sogenannte Pontiac-Fieber klingt meist innerhalb von zwei bis fünf Tagen von selbst ab. Besonders gefährdet sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder chronischen Lungenerkrankungen sowie Raucherinnen und Raucher.
Zuletzt wurden drei Viertel der insgesamt 190 an die AGES übermittelten Wasserproben untersucht. In einer Probe aus einem Kühlturm wurde neben zahlreichen anderen Legionellen-Varianten auch der Subtyp Allentown entdeckt.
Dieser Subtyp wurde auch bei drei Erkrankten nachgewiesen, deren Fälle epidemiologisch miteinander zusammenhängen. Der Fund ist eine wichtige Spur, stellt aber noch keinen eindeutigen Beweis für einen Zusammenhang mit dem Kühlturm dar.
Aufgrund der großen Zahl unterschiedlicher Legionellen sind die genetischen Untersuchungen noch nicht vollständig abgeschlossen. Weitere Analysen sollen zeigen, ob die Bakterien aus dem Kühlturm tatsächlich mit jenen der Erkrankten übereinstimmen.
Parallel dazu werden weitere mögliche Infektionsquellen überprüft. Einige der untersuchten Standorte wurden mithilfe einer KI-gestützten Suche identifiziert. Bis sämtliche Ergebnisse vorliegen, bleibt die Ursache der tödlichen Legionellen-Welle offen.