Gegen einen bekannten österreichischen TV-Star laufen seit Mai Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Wien. Im Zentrum stehen schwere Vorwürfe, die teilweise mehr als 13 Jahre zurückliegen sollen. Es geht um den mutmaßlichen Missbrauch eines Kindes, den Besitz von Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger und den Verdacht der schweren Erpressung.
Die Staatsanwaltschaft Wien bestätigte gegenüber der "Krone" ein Ermittlungsverfahren. Sprecherin Judith Ziska sagte: "Wir ermitteln in zwei Verdachtsfällen. Die Strafandrohung reicht von sechs Monaten bis zu fünf Jahren Haft." Der Verdächtige sei laut Bericht in Österreich als Schauspieler bekannt und war auf Bühnen, im Fernsehen und in Kinofilmen zu sehen. Sein Name wird nicht genannt, für ihn gilt die Unschuldsvermutung.
Ausgangspunkt der Ermittlungen soll ein Vorwurf sein, der mehrere Jahre zurückliegt. Der Mann soll die damals noch kleine Tochter seiner Lebensgefährtin missbraucht haben. Die Frau erstattete damals laut den vorliegenden Angaben keine Anzeige. Später zerbrach die Beziehung. Danach soll die ehemalige Lebensgefährtin gemeinsam mit einer Bekannten begonnen haben, den heutigen Beschuldigten zu erpressen. Dabei sollen die beiden Frauen mehrere zehntausend Euro für ihr Schweigen verlangt und erhalten haben.
Der TV-Star entschied sich schließlich selbst zur Anzeige. Sein Anwalt Florian Höllwarth bestätigte gegenüber der "Krone", dass gegen seinen Mandanten seit Mai 2026 ermittelt wird, "wobei die Vorwürfe teils über 13 Jahre zurückliegen". Sein Mandant habe "eine umfassende Selbstanzeige erstattet". Gleichzeitig ging der Mann selbst gegen die beiden Frauen vor – zeigte sie wegen des Verdachts der schweren Erpressung an.
Bei einer Hausdurchsuchung sollen die Ermittler außerdem Darstellungen von Missbrauch an Unmündigen gefunden haben. Der Besitz solcher Darstellungen ist ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen. Die beiden Frauen sollen mittlerweile festgenommen worden sein. Der TV-Star befindet sich dagegen auf freiem Fuß. Laut Staatsanwaltschaft besteht derzeit keine Flucht- oder Verdunkelungsgefahr, so der Bericht.
Der Fall erinnert in mehreren Punkten an das Verfahren gegen den Schauspieler Florian Teichtmeister. Auch dort wurden einschlägige Darstellungen gefunden. Teichtmeister wurde schließlich rechtskräftig zu einer bedingten Haftstrafe verurteilt.
Ob es zu einer Anklage gegen den nun beschuldigten TV-Star kommt, ist derzeit offen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Wien laufen. Auch die Vorwürfe gegen die beiden Frauen müssen im weiteren Verfahren geklärt werden.