Ungewöhnliche Konstellation im Studio der "Zeit im Bild 2": Moderatorin Margit Laufer hatte darin am Dienstag ihren künftigen Chef, den designierten ORF-Generaldirektor Clemens Pig zu interviewen. Er hat dem Stiftungsrat unmittelbar zuvor 13 neue Direktoren-Posten vorgelegt – und diese wurden auch mit großer Mehrheit angenommen. Was sich sonst so im Rundfunk tut?
Eingangs ging es um den Bestellvorgang des Direktoren-Teams, an dem vor allem die FPÖ Kritik geübt hat. "Ich stehe dem sehr gelassen gegenüber", so Pig. Noch nie in der Geschichte gab es einen derart transparenten Prozess, die Wahl sei auf die besten Köpfe gefallen. "Es gab null Einfluss der Politik."
Im Stiftungsrat herrscht allerdings weiter Trubel. Der ORF sei seit diesem Jahr in einem ständigen Fahrwasser an Skandalen, ein Glaubwürdigkeitsproblem sei die Folge. Das müsse man nun "mit aller Härte aus dem Unternehmen entfernen". Die Direktorenwahl war in dieser Hinsicht ein "Befreiungsschlag".
Die Mission jetzt: das Vertrauen zurückgewinnen. "Der ORF ist ein tolles Unternehmen." Pigs gesamte Kraft wird jetzt darin fließen, den ORF wieder mit seinem Programm positiv in die Schlagzeilen zu bekommen.
"Feuer am Dach" sei wegen der kolportierten Sparpläne für den ORF, aufgrund dessen die aktuelle Generaldirektorin Ingrid Thurnher bereits Klage angekündigt hat. Eine Erhöhung der Haushaltsabgabe sei "absolut ein Denkmodell". Man könne den Gürtel immer enger schnallen, aber der ORF habe auch einen gesetzlichen Auftrag. Wenn die Nettokosten nicht mehr gedeckt sind, "dann sind hier alle Optionen zu prüfen".