Die Urania-Sternwarte in der Wiener City bekommt einen neuen Blick ins Weltall! Am Montag (19. Oktober) wurde ein neues Spiegelteleskop in die Kuppel des Observatoriums gehoben. Auch das bisherige Linsenfernrohr wurde überarbeitet und wieder eingebaut. Ab 6. November können Besucher bei Schönwetter erstmals durch das neue Teleskop schauen.
Der Einbau war eine Herausforderung: Insgesamt mussten rund 900 Kilogramm schwere Bestandteile mit einem Kran in die 26 Meter hohe Kuppel transportiert werden. Wegen des starken Windes musste ein Rohr sogar über das Stiegenhaus nach oben getragen werden.
"Das Teleskop ist bereits fertig installiert, jetzt müssen noch die Kabel eingezogen werden", erklärte Michael Feuchtinger, Direktor der astronomischen Einrichtungen der Wiener Volkshochschulen.
Das neue Spiegelteleskop stammt von der Mühlviertler Firma ASA Astrosysteme. Mit einem Spiegeldurchmesser von 60 Zentimetern ist es doppelt so groß wie sein Vorgänger. Die Spiegelfläche ist sogar viermal so groß.
Besonders lichtschwächere Himmelsobjekte sollen mit dem neuen Teleskop deutlich besser beobachtet werden können. Auch bei helleren Objekten wie den Ringen des Saturn oder der Mondoberfläche sollen ab 6. November deutlich mehr Details sichtbar sein.
Durch neue Techniken im Hintergrund lässt sich das Teleskop fernsteuern (etwa vom Planetarium Wien im Prater aus). Auch Bilder in Echtzeit können direkt auf die Kuppel des Planetariums projiziert werden.
Mit dem neuen Fernrohr und einer Sanierung der 70 Jahre alten Kuppel öffnet die älteste Volkssternwarte Österreichs nächsten Monat wieder ihre Pforten für Besucher. Bei Schönwetter wird es regelmäßige Führungen geben.