Die Lage am Neusiedler See bleibt angespannt! Am Donnerstag (5. November) wurde ein Wasserstand von nur noch 114,891 Metern über Adria gemessen. Für diesen Kalendertag ist das ein neuer Tiefstwert. Zum absoluten Negativrekord fehlen nur noch rund zwei Zentimeter.
Ähnlich wenig Wasser führte der See zuletzt im Jahr 2022. Damals lag der Pegel Anfang November mit 114,9 Metern noch rund einen Zentimeter höher. Seinen niedrigsten Stand seit 1965 erreichte der Neusiedler See zwischen dem 21. und 24. Oktober 2022 mit 114,87 Metern über Adria.
Wie ernst die Situation ist, zeigt der Vergleich mit früheren Wasserständen. Auf den langjährigen Durchschnitt fehlen derzeit rund 50 Zentimeter. Gegenüber dem Höchststand aus dem Jahr 2014 liegt der Pegel sogar fast einen Meter tiefer.
Auch der Regen der vergangenen Wochen brachte kaum Entlastung. Laut Christian Sailer, Leiter des Hauptreferats Wasserwirtschaft beim Land Burgenland, fielen jeweils nur wenige Millimeter Niederschlag. Für eine spürbare Erholung des Sees war das zu wenig.
Der Wasserstand entwickle sich derzeit ähnlich wie im Jahr 2022, erklärte Sailer zuletzt gegenüber der APA. Die Hoffnung liegt nun auf dem Winter. In den kommenden Monaten sollen sich nicht nur der Neusiedler See, sondern auch die Salzlacken und der Grundwasserspiegel erholen.
Das Problem betrifft nicht nur den Neusiedler See. Auch Bäche und Flüsse in der Region führen derzeit wenig Wasser. Gleichzeitig befindet sich der Grundwasserspiegel auf niedrigem Niveau, berichtete die APA unter Berufung auf Sailer.
Immerhin gibt es beim See einen Vorteil: Er reagiert laut Sailer rasch auf Niederschläge. Fällt Regen, kann der Wasserstand schnell wieder steigen.
Beim Grundwasser ist die Situation schwieriger. Hier dauert eine Erholung deutlich länger.