Acht Millionen € fehlen

Verein "Neustart": Sparpaket trifft auch Haftentlassene

Der Verein Neustart stellt ab 2027 das Arbeitstraining für Haftentlassene ein. Grund sind massive Budgetkürzungen.
15.10.2026, 08:30
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Der Bewährungshilfeverein "Neustart" wird ab dem kommenden Jahr das Arbeitstraining für Haftentlassene beenden, welches die Rückfallquote und damit die Kriminalität senken sollte.

Hintergrund sind finanzielle Engpässe, die durch Kürzungen im Doppelbudget 2027/2028 entstehen. Dem Verein fehlen dadurch in den kommenden zwei Jahren insgesamt acht Millionen Euro.

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Hoffen auf Rücknahme der Kürzungen

Neustart-Geschäftsführer Alfred Kohlberger erklärte, er hoffe auf eine zumindest teilweise Rücknahme der Sparmaßnahmen, da sonst weitere Einschnitte bei Umfang und Qualität der sozialarbeiterischen Angebote drohen. Derzeit werden in Werkstätten in Wien und Linz insgesamt 326 Klientinnen und Klienten betreut. Von der Schließung der Programme sind auch acht hauptberufliche Mitarbeiter betroffen.

Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) sagte im Ö1-"Morgenjournal", sie sei von der Entscheidung "etwas überrascht. Das war mit uns nicht so vereinbart". Laut Ministerium sei die Information gewesen, dass Neustart "für 2027 aus Rücklagen sein bisheriges operatives Geschäft bestreiten kann", so Sporrer.

Wichtige Rolle für Resozialisierung

Kohlberger betonte in einer Aussendung: "Soziale Absicherung und eine Beschäftigung sind wichtige Faktoren in der Rückfallvermeidung." Er ergänzte: "Ohne entsprechende Finanzierung müssen wir unsere Angebote leider reduzieren."

Auch der sogenannte Betreuungsschlüssel muss angepasst werden. Eigentlich sieht das Bewährungshilfegesetz vor, dass ein Bewährungshelfer maximal 35 Klienten betreuen darf. Im August lag der Schnitt bei Neustart bereits bei etwa 40.

Angesichts der finanziellen Situation müsse man sich noch weiter von der gesetzlichen Vorgabe entfernen, warnte Kohlberger: "Diese Kürzungen gehen auf Kosten der Sicherheit in unserem Land."

Forderung nach mehr Mitteln für Justiz

"Neustart" unterstützt die Forderungen der Richterschaft und der Staatsanwälte nach mehr Planstellen, die gemeinsam mit der Gewerkschaft im Rahmen der "Aktionswoche für den Rechtsstaat" erhoben werden.

"Eine ausreichende Mittelausstattung für die Justiz ist in einem Rechtsstaat kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit", so Kohlberger.

red, 15.10.2026, 08:30
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