"Bin erst 40"

Sebastian Kurz enthüllt Angebote für Polit-Comeback

Die FPÖ kratzt an 40 Prozent, die ÖVP steckt im Tief. Jetzt lässt Sebastian Kurz mit Aussagen über eine mögliche Polit-Rückkehr aufhorchen.
14.10.2026, 21:24
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Die FPÖ marschiert in Richtung 40 Prozent, die SPÖ ist am Boden, die ÖVP rutscht in manchen Umfragen ebenfalls bereits unter die 20-Prozent-Marke. Vielversprechende Alternativen zu FPÖ-Chef Herbert Kickl sind derzeit kaum in Sicht. Da reißen naturgemäß auch die Spekulationen um jenen Alt-Kanzler nicht ab, der die Volkspartei einst in lichte Höhen geführt hat und mittlerweile zu den 100 reichsten Österreichern zählt: Sebastian Kurz.

Wenig hilfreich, um die allgegenwärtigen Comeback-Gerüchte zu beenden, sind da Interviews mit großen, internationalen Medien, in denen das stets dementierte Polit-Comeback mit kleinen, aber entscheidenden Wörtern wie "bisher" und "derzeit" plötzlich wieder ein Stück weit möglich erscheint.

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"Ich bin erst 40"

Genau das ist nun in einem Interview mit dem deutschen "Handelsblatt" passiert. Nachdem Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) eine Rückkehr in die Politik stets ausgeschlossen hatte, lässt er sich nun zumindest eine Hintertür offen.

"Ich bin erst 40 und habe noch viele Jahre vor mir. Aber derzeit fühle ich mich sehr wohl mit dem, was ich tue", erklärte Kurz in dem am Mittwochabend veröffentlichten Gespräch, über das auch die APA bereits berichtet. Ein klares Nein zu einer politischen Zukunft klingt anders. Konkrete Comeback-Pläne nannte der frühere ÖVP-Chef allerdings nicht.

Mehrere Angebote für Polit-Rückkehr

Interessant ist auch, dass Kurz nach eigenen Angaben bereits mehrfach Angebote gehabt hätte, wieder in die Politik einzusteigen. "Es hat ein paar Möglichkeiten gegeben in den vergangenen fünf Jahren, wieder in die Politik einzusteigen. Ich habe mich bisher immer dagegen entschieden", sagte er.

Wieder ist es ein kleines Wort, das aufhorchen lässt: "bisher". Denn eine endgültige Absage an ein Comeback ist das nicht.

Dabei betont Kurz, mit seinem Abschied aus der Politik mittlerweile im Reinen zu sein. Der ehemalige Kanzler, der heute als Unternehmer tätig ist, sieht sich durch die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zu Unrecht belastet. Diese seien "falsch und extrem konstruiert" gewesen, erklärte er. In der ÖVP-Korruptionsaffäre wird allerdings weiterhin gegen ihn ermittelt.

Kurz rechnet mit Deutschland ab

Auch abseits der österreichischen Innenpolitik spart Kurz nicht mit deutlichen Worten. Vor allem mit der Entwicklung Deutschlands und Europas zeigt sich der Ex-Kanzler unzufrieden. Man erlebe derzeit die "politisch unruhigste Zeit seit dem Zweiten Weltkrieg". Verantwortlich dafür seien aber keineswegs nur äußere Faktoren wie Kriege und internationale Krisen.

Besonders hart geht Kurz mit der deutschen Wirtschaftspolitik ins Gericht. Diese habe zur Deindustrialisierung beigetragen und damit den Wirtschaftsstandort geschwächt. Auch die Migrationspolitik kritisiert er scharf. "Ungesteuerte Migration" habe die deutschen Sozialsysteme zusätzlich belastet.

Damit greift Kurz ausgerechnet jene Themen auf, mit denen rechte und konservative Parteien derzeit in weiten Teilen Europas punkten: Wirtschaft, Migration und die Sorge um den Wohlstand.

red, Akt. 14.10.2026, 21:34, 14.10.2026, 21:24
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