Wegen Weißmann-Causa

"Nicht mit uns" – ORF-Mitarbeiter starten Protestwelle

Im ORF eskaliert die Krise weiter: Mitarbeiter gehen mit einer Protestaktion auch gegen Machtmissbrauch und Einflussnahme an die Öffentlichkeit.
Newsdesk Heute
29.04.2026, 13:25
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Im ORF wächst der interne Widerstand: Nach Wochen voller Negativ-Schlagzeilen gehen nun zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter öffentlich auf Distanz zur Führung. Mit einer Social-Media-Aktion unter dem Motto "Nicht mit uns" prangern sie Missstände im Sender an.

"Machtmissbrauch im ORF? #nichtmituns" zählt zu den Slogans, die derzeit kursieren. Auch Aussagen wie "Täterschutz statt Opferschutz", "Politische Besetzungen" oder "Parteipolitik im Stiftungsrat" werden von Beschäftigten verbreitet.

Hunderte Mitarbeiter beteiligen sich

Initiiert wurde die Aktion von Mitarbeitern aus verschiedenen Bereichen, wie Redakteursbeirats-Chef Dieter Bornemann gegenüber der "Krone" erklärt. "Kollegen und Kolleginnen aus verschiedenen Abteilungen haben diese Social-Media-Aktion ins Leben gerufen", stellt er klar.

Hunderte beteiligen sich bereits, die Aktion werde "noch weiter wachsen". Auf "nichtmituns.net" heißt es dazu: "Die Ereignisse der vergangenen Wochen haben uns fassungslos gemacht. Wir wollen uns nicht für Skandale und Missstände rechtfertigen müssen, mit denen wir nichts zu tun haben."

Causa Weißmann als Auslöser

Auslöser ist die Causa Weißmann, die den ORF seit März erschüttert. Eine Mitarbeiterin wirft dem damaligen Generaldirektor sexuelle Belästigung vor und legte Chatnachrichten vor. Nach einem Ultimatum trat Roland Weißmann zurück, weist die Vorwürfe aber zurück und geht juristisch gegen die Mitarbeiterin vor.

Eine Compliance-Kommission sah keinen Tatbestand sexueller Belästigung, was Kritik der Gleichbehandlungsanwaltschaft auslöste. Zusätzliche Brisanz brachte die Veröffentlichung der Chats im "Falter", woraufhin Weißmann mit Klage drohte.

Interimistisch übernahm Ingrid Thurnher, die inzwischen bis Jahresende zur Generaldirektorin gewählt wurde. Sie bezeichnete das Verhalten ihres Vorgängers als "falsch und für eine Führungskraft inakzeptabel". Betroffene von Übergriffen rief sie auf, sich zu melden: "Wir werden sie unterstützen".

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