In der Causa rund um Ex-ORF-Chef Roland Weißmann kommt es zur nächsten überraschenden Wende. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft ausgerechnet gegen die frühere Anklägerin – und ihren Anwalt.
Die Justiz bestätigte am Dienstagabend ein entsprechendes Verfahren. "Wir haben sowohl gegen die Frau als auch ihren Anwalt ein Ermittlungsverfahren eingeleitet", erklärte Sprecherin Judith Ziska gegenüber der "Krone". Im Raum stehen der Verdacht der Erpressung sowie der missbräuchlichen Verwendung von Tonaufnahmen. Im Fall einer Verurteilung drohen bis zu fünf Jahre Haft.
Auslöser der Ermittlungen ist eine Anzeige von Weißmann selbst. Der frühere ORF-Generaldirektor war nach bekannt gewordenen privaten Chats mit einer Mitarbeiterin unter Druck geraten und hatte schließlich eine Sachverhaltsdarstellung eingebracht.
Die neuen Entwicklungen sorgen für eine weitere Eskalation in der ohnehin aufgeladenen Affäre. Die Frau, die zuvor Vorwürfe gegen Weißmann erhoben hatte, wird nun ebenso wie ihr Anwalt als Beschuldigte geführt. Ob es zu einer Anklage kommt, muss ein Gericht entscheiden.
Weißmanns Rechtsvertreter Oliver Scherbaum sieht sich bestätigt: "Seit dem 4. März, als die unwahren Vorwürfe der sexuellen Belästigung über den ORF-Stiftungsrat an meinen Mandanten herangetragen wurden, sprachen wir davon, dass es sich aus unserer Sicht um einen gezielten Versuch handelte, Mag. Weißmann aus seiner Position zu entfernen. Wir sind zuversichtlich, dass nun wirklich alles auf den Tisch kommen wird."
Der Fall liege nun endlich bei der zuständigen Behörde, so Scherbaum weiter. Weißmann selbst werde die Ermittlungen "als Anzeiger, Opfer und Hauptgeschädigter selbstverständlich bestmöglich unterstützen".