Sechs mit Rattengift versehene Gläser HiPP-Babybrei "Karotten mit Kartoffeln" wurden von skrupellosen Kriminellen in Supermärkte im Burgenland, Tschechien und der Slowakei geschmuggelt, wir berichteten.
Fünf mit einer Markierung versehene Gläser wurden gefunden, eines ist nach wie vor im Umlauf. Die Polizei warnt vor dem Verzehr, es bestehe "Lebensgefahr". Der Fall, der mit einem anonymen Droh-E-Mail am 27. März an die HiPP-Zentrale in Pfaffenhofen begonnen hatte, beschäftigt seit dem Wochenende Kripo-Beamte in vier Ländern. In Bayern ermittelt sogar die Sonderkommission "Glas".
Für das deutsche Traditionsunternehmen ist der Erpressungsfall, bei dem zwei Millionen Euro gefordert worden sein sollen, "natürlich ein riesiger Imageschaden", so Kommunikations-Experte Joe Kalina zur "Heute". Er schätzt die Lage "sehr dramatisch" ein. Das Unternehmen muss einen "akuten Umsatz- und mittelfristig schmerzhaften Vertrauensverlust bei einer besonders sensiblen Zielgruppe" in Kauf nehmen.
Vor allem, dass die Nachricht wochenlang unentdeckt blieb, sei "kein gutes Zeichen". Danach lief die Kommunikation "nicht einheitlich und klar genug". Er hätte Chef Claus Hipp oder Sohn Stefan geraten, "sich früher persönlich zu Wort zu melden", da sie "mit ihrem Namen für die Firma stehen". So brauche es wohl länger, "bis das Vertrauen zurückkommt".