"Wissen nicht, welches Gift"

HiPP-Gläser zu Hause? Das ist jetzt zu tun

Verunsicherung wegen vergifteten HiPP-Gläser: Was Eltern jetzt prüfen sollten, wie sie reagieren – und worauf es ankommt.
Heute Life
21.04.2026, 09:00
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Nach dem Fund von mit Rattengift manipulierten Babybrei-Gläsern des Herstellers HiPP ermitteln Behörden wegen eines internationalen Erpressungsversuchs. Laut aktuellen Erkenntnissen erhielt das Unternehmen bereits Ende März eine Drohmail mit der Forderung nach zwei Millionen Euro – andernfalls sollten vergiftete Produkte in mehreren Ländern in Umlauf gebracht werden. "Heute" hat hier berichtet:

Tatsächlich wurden in Österreich, Tschechien und der Slowakei manipulierte Gläser entdeckt. In Österreich betrifft der Fall eine Spar-Filiale in Eisenstadt. Mindestens zwei Gläser dürften hier verkauft worden sein, eines wurde sichergestellt, ein weiteres wird noch gesucht.

Welche Produkte betroffen sind

Im Fokus steht vor allem das Produkt "Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel" (190 Gramm), das bei Spar verkauft wurde. Der gesamte Bestand wurde vorsorglich aus den Regalen genommen.

Die Polizei schließt nicht aus, dass sich noch weitere manipulierte Gläser im Umlauf befinden. Gleichzeitig werden Details bewusst zurückgehalten, um die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden. Für Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet das: erhöhte Aufmerksamkeit beim Umgang mit bereits gekauften Produkten.

„Aktuell haben wir sehr wenig Informationen und wissen nicht, welches Gift verwendet wurde.“
Kinderarzt Peter Voitl

Der Verzehr eines manipulierten Gläschens kann lebensgefährlich sein. Aus Gründen der Vorsicht wird dringend davon abgeraten, entsprechende Produkte zu konsumieren. Worauf Eltern deshalb jetzt achten sollten:

1. Bereits gegessen? Das ist zu beachten

Der Verzehr von Rattengift ist lebensgefährlich. Hat ein Kind bereits aus einem verdächtigen Glas gegessen, sollte es genau beobachtet werden. Je nachdem, welches Rattengift verwendet wurde, treten die Symptome nach dem Verzehr sofort oder zeitverzögert auf. "Aktuell haben wir sehr wenig Informationen und wissen nicht, welches Gift verwendet wurde", so der Wiener Kinderarzt Peter Voitl gegenüber "Heute".

1
Phosphide - Wirkung sofort, kein Gegenmittel
Rattengifte auf Phosphidbasis wirken sofort. "Da kommt es noch am selben Tag zum Erbrechen und Schwindel. Auffällig kann der knoblauchartige Atemgeruch sein", erklärt der Mediziner. Ein Gegenmittel gebe es bei Phosphiden nicht, die Behandlung erfolgt rein symptomatisch. "In einem solchen Fall muss man sofort zum Arzt, wo unter anderem kreislaufunterstützende Maßnahmen gesetzt werden."
2
Antikoagulanzien - Symptome erst Tage später, innere Blutungen
Gift auf der Basis von Antikoagulanzien wirkt in der Regel hingegen zeitverzögert. "Die Blutverdünner lassen einen innerlich verbluten." Erste Anzeichen treten in der Regel erst nach 2 bis 5 Tagen auf.

Mögliche Symptome einer solchen Vergiftung können Blutungen (Zahnfleisch- und Nasenbluten, Blut im Urin oder Stuhl), ungewöhnliche Müdigkeit oder Erbrechen sein. Treten solche Anzeichen auf, ist umgehend ärztlicher Rat einzuholen. Typisch seien hier vor allem plötzliche Blutergüsse (große, unerklärliche blaue Flecken), so Voitl.

Tritt eines der Symptome auf, ist umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dabei ist der Arzt darüber zu informieren, dass das Kind möglicherweise die betroffene Babynahrung konsumiert hat. "Eine solche Vergiftung ist dank der Gabe von Vitamin K als Gegengift gut behandelbar."

Wichtig sei laut dem Kinderarzt, dass es sich bei den betroffenen Gläsern nicht um die große Menge handle. "Die große Mehrheit ist sauber und beim Öffnen an dem typischen Klick zu erkennen", beruhigt Voitl.

„Die große Mehrheit ist sauber und beim Öffnen an dem typischen Klick zu erkennen.“

2. So erkennst du verdächtige Gläser

Vor dem Verzehr sollten die Gläschen laut HiPP und AGES sorgfältig auf das Aussehen sowie andere Merkmale kontrolliert werden.

Darauf sollten Eltern achten:

  • In Österreich sind betroffene Gläser nach bisherigem Kenntnisstand am Glasboden mit einem weißen Sticker mit rotem Kreis gekennzeichnet.
  • Beschädigter oder bereits geöffneter Deckel.
  • Intakter Vakuumverschluss der Gläser - erkennbar am Plopp-Geräusch beim ersten Öffnen.
  • Auffälliger Geruch oder ungewöhnliche Konsistenz.

All diese Merkmale können auf eine Manipulation hindeuten. Den HiPP Elternservice Österreich ist zudem unter der Nummer +43 7612 76577-104 erreichbar.

3. Betroffene Produkte keinesfalls verwenden

Auch wenn ein Glas äußerlich unauffällig wirkt, gilt derzeit: Produkte aus dem betroffenen Umfeld keinesfalls verfüttern. Behörden warnen ausdrücklich vor möglichen Gesundheitsgefahren für Säuglinge. Im Zweifel ist es sicherer, das Produkt nicht zu verwenden.

4. Rückgabe statt Entsorgung

HiPP ruft alle Babykostgläschen - unabhängig von der Sorte - zurück, die bei Spar, Eurospar, Interspar oder Maximarkt in Österreich gekauft wurden. Die Produkte können im nächstgelegenen Markt ohne Rechnung zurückgegeben werden. Der Kaufpreis wird erstattet. Das hilft auch den Ermittlern, mögliche manipulierte Produkte sicherzustellen.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 21.04.2026, 09:04, 21.04.2026, 09:00
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