Rabenschwarzer Sonntag für den LASK! Der amtierende Doublesieger musste sich im Bundesliga-Schlager gegen Rapid mit 0:2 geschlagen geben, verlor damit weiter an Boden im Titelrennen. Doch die Niederlage gegen die Hütteldorfer war für Trainer Didi Kühbauer nicht einmal das größte Problem. Mit George Bello und Moses Usor erwischte es gleich zwei seiner Stars verletzungsbedingt – und das nur drei Tage vor dem Champions-League-Kracher gegen Liverpool.
Besonders bitter: Bello musste in der zweiten Hälfte angeschlagen vom Platz, ausgerechnet während seiner Behandlung an der Seitenlinie schlug Rapid zu. Ercan Kara nützte die Unordnung in der Linzer Hintermannschaft zum 1:0 (58.). Kühbauers erste Diagnose verheißt nichts Gutes: "Bei George kann ich jetzt schon sagen, dass es eine Muskelverletzung ist." Ein Einsatz gegen Liverpool am Mittwoch ist wohl ausgeschlossen.
Auch bei Moses Usor schrillen die Alarmglocken. Der Nigerianer kam erst in der zweiten Hälfte ins Spiel, musste nur zwölf Minuten nach seiner Einwechslung selbst wieder ausgewechselt werden. Der Grund: Probleme mit der Schulter. "Der Moses hat starke Schulterschmerzen", berichtete Kühbauer nach dem Schlusspfiff. Wie lange der Offensivspieler fehlen wird, ist noch offen.
Die Sorgenfalten beim LASK-Trainer werden damit immer größer. "Da ist mir die Niederlage dann egal, wenn wir zwei Spieler verlieren, wäre das das Schlimmere", stellte Kühbauer klar. Schließlich wartet auf die Oberösterreicher ein Mammutprogramm mit Bundesliga und Champions League. Inklusive des Rapid-Spiels stehen neun Partien innerhalb von 28 Tagen auf dem Programm.
Schon zu Beginn dieser Serie wird die Personaldecke dünner. "Wir haben jetzt jeden dritten Tag ein Spiel. Wir müssen möglichst gut regenerieren. Wichtig wird sein, dass sich kein Weiterer verletzt", erklärte Kühbauer. Eine größere Rotation wäre zwar wünschenswert, doch der Coach sieht seine Möglichkeiten begrenzt: "Wir haben halt nicht so einen Kader wie Sturm oder Salzburg."
Zumindest bei Kapitän Sascha Horvath gibt es vorsichtige Entwarnung. Der Mittelfeldmotor, der zuletzt angeschlagen vom ÖFB-Team abgereist war, biss gegen Rapid über die volle Distanz auf die Zähne. "Den Oberschenkel habe ich schon gespürt, habe noch Schmerzen. Aber es ist nichts kaputt", versicherte Horvath nach der Partie.
Viel Zeit zum Wundenlecken bleibt den Linzern nicht. Nach vier sieglosen Pflichtspielen in Folge wartet am Mittwoch mit Liverpool einer der größten Namen des europäischen Fußballs auf der Gugl. Für Kühbauer wird die Aufgabe angesichts der Verletzungssorgen noch schwieriger. Statt Vorfreude auf den Königsklassen-Hit herrscht beim Meister plötzlich Personal-Alarm.
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