Faschingsfest mit schweren Vorwürfen: Nach mutmaßlich NS-verherrlichenden Auftritten bei einem Gschnas in Pöham im Pongau ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen insgesamt 16 Beschuldigte. Der Verdacht: NS-Wiederbetätigung.
Im Zentrum stehen zwei Gruppen von Maskierten, die Ende Jänner in einem Gasthaus aufgetreten sein sollen. Eine größere Gruppe soll einheitlich in Gewändern des Ku-Klux-Klan erschienen sein. Eine zweite Gruppe soll Häftlingskostüme getragen haben, auf denen der Nazicode "SS88" angebracht gewesen sei.
Die Ermittlungen laufen bereits seit mehreren Monaten. Laut Staatsanwaltschaft werden zwölf Personen im Alter zwischen 15 und 26 Jahren der ersten Gruppe zugerechnet. Auch junge Frauen sollen darunter sein. Gegen vier weitere Männer wird im Zusammenhang mit der zweiten Gruppe ermittelt.
"Bezüglich der 'Ku-Klux-Klan-Gruppe' werden zwölf Personen im Alter zwischen 15 und 26 Jahren als Beschuldigte geführt, auch junge Frauen sind darunter", erklärte Sprecherin Ricarda Eder in den "Salzburger Nachrichten". Ermittelt werde nach dem Verbotsgesetz wegen des Verdachts der Wiederbetätigung.
Zuletzt kam es zu mehreren Hausdurchsuchungen bei den Beschuldigten. Ein Ende der Ermittlungen ist derzeit nicht absehbar.
Die Verteidiger weisen die Vorwürfe zurück. Ein Anwalt betont: "Mein Mandant wollte diesem Faschingsoutfit, diesem Geisterkostüm, zu keinem Zeitpunkt eine nationalsozialistische oder rassistische Bedeutung beimessen."