"Zutiefst pietätlos"

Manninger, O-Bus – Öffi-Boss will Online-User anzeigen

Der O-Bus-Betriebsratschef will gegen pietätlose Postings auf Social Media vorgehen. Mögliche Anzeigen werden aktuell geprüft.
Newsdesk Heute
23.04.2026, 18:27
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Zu gleich zwei aufsehenerregenden Unfällen mit Involvierung öffentlicher Verkehrsmittel kam es in jüngster Zeit in Salzburg. Am Donnerstag wurde Ex-ÖFB-Goalie Alexander Manninger von einer Garnitur der Salzburger Lokalbahn erfasst und tödlich verletzt. Am Montag krachte ein O-Bus in einen Supermarkt, dabei starb Top-CEO und Ex-Olympionik Florian Schneeberger.

Der O-Bus war mit 25 Fahrgästen besetzt, einige von ihnen filmten das Unglück mit ihren Handys und stellten die Videos ins Netz. Harte Kritik an diesem Vorgehen, aber besonders an Reaktionen in Sozialen Netzwerken, kommt von Obus-Betriebsratschef Frank Conrads.

"Kann Leben kosten"

"Die Einsatzkräfte brauchen keine Gaffer", sagt er den "Salzburger Nachrichten". Filmen oder Fotografieren behindere vor allem die Einsatzkräfte. "Das ist nicht nur respektlos gegenüber den Opfern und deren Angehörigen, sondern kann im Ernstfall Leben kosten. Die Einsatzkräfte brauchen Raum, Ruhe und Unterstützung – keine Kameras und kein Publikum."

Außerdem könne es sich bei Veröffentlichung um eine gravierende Verletzung der Persönlichkeitsrechte handeln. Nicht nur das, sondern vor allem sensationsgierige Bilder, respektlose Kommentare und das ungefilterte Verbreiten von Inhalten sei für Conrads "zutiefst pietätlos".

Anzeigen werden geprüft

Das überschreite klar Grenzen und deswegen kündigt der Betriebsrats-Chef an: "Solche Inhalte werden beobachtet und – wo rechtlich möglich – auch zur Anzeige gebracht." Konkret gehe es um pietätlose Kommentare, das Verbreiten von sensiblen Bildern oder bewusst geschmacklose Beiträge, erläutert er in den SN.

Denn solches Handeln gehe auch an den vielen Mitarbeitern nicht spurlos vorbei. "Unsere Kolleginnen und Kollegen stehen unter enormem emotionalem Druck. Viele sind täglich im Einsatz und müssen solche Situationen verarbeiten. Sie leisten unter schwierigsten Bedingungen ihren Dienst. Was sie jetzt brauchen, ist Rückhalt – und sicher keine öffentliche Zurschaustellung von Leid."

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