"Weiß nicht mehr weiter"

Trotz Befreiung! Gehörloser soll ORF-Gebühr zahlen

Ein gehörloser Salzburger soll 630 Euro ORF-Gebühr zahlen - obwohl er befreit ist, drohte sogar eine Gehaltspfändung. Der Ärger ist groß.
André Wilding
22.04.2026, 21:59
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Für Florian W. kam die Post völlig überraschend: Ende März flatterte ein Schreiben vom Gericht ins Haus. Darin die Forderung: 630,02 Euro sollen von seinem Gehalt gepfändet werden. Der Grund laut Schreiben: angeblich nicht bezahlte ORF-Rundfunkgebühren seit 2024 – darüber berichtet die "Kronen Zeitung".

Seit Gebueret gehörlos

Das Pikante daran: Der 34-Jährige ist seit seiner Geburt gehörlos und damit von der Gebühr befreit. "Dabei ist er als Gehörloser ja von der Gebühr befreit", sagt seine Mutter Isolde W. der "Krone" ratlos. "Ich weiß echt nicht mehr, wie wir weiter vorgehen sollen."

Florian W. lebt seit Jahren mit einer 80-prozentigen Behinderung. Cochlea-Implantate helfen ihm im Alltag, dennoch fällt ihm das Sprechen schwer. Die Befreiung von der Rundfunkgebühr steht ihm offiziell zu - entsprechende Unterlagen liegen seit Jahren bei der ORF-Tochter OBS, heißt es im Bericht.

Aktuelle Entwicklung unverständlich

Schon einmal musste der Fall vor Gericht geklärt werden: 2017 bekam Florian W. vor dem Bundesverwaltungsgericht Recht. Umso unverständlicher ist für die Familie die aktuelle Entwicklung. Laut Mutter seien zuletzt weder Mahnungen noch andere Schreiben eingegangen. "Da ist nichts gekommen. Ich weiß gar nicht, wie oft wir aber seither schon Kontakt mit dem Kundenservice hatten", erklärt die Frau der "Krone".

Der 34-Jährige arbeitet seit fast zehn Jahren im Großarltal als Koch und gilt im Betrieb als geschätzter Mitarbeiter. Die drohende Pfändung war auch im Job ein unangenehmes Thema. "Uns war das natürlich auch gegenüber seinem Arbeitgeber peinlich."

"Wer weiß, was da noch alles auf uns zukommt"

Um weiteren Ärger zu vermeiden, griff die Mutter schließlich selbst ein und überwies den geforderten Betrag. "Wer weiß, was da noch alles auf uns zukommt", erklärt die Frau gegenüber der Tageszeitung.

Eine "Krone"-Anfrage bei der zuständigen ORF-Beitrags Service GmbH brachte bislang keine Klarheit. Zwar gab es eine Rückmeldung, danach blieb eine Antwort jedoch aus. Für Florian W. und seine Familie bleiben Kosten, Unsicherheit - und viel Frust.

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