Eine Falcon-9-Rakete von SpaceX hat einen historischen Satelliten ins All gebracht: Er ist der erste kommerziell betriebene atomgetriebene Satellit. Der kleine CubeSat namens "Bohr" nutzt die sogenannte Betavoltaik-Technik des US-Unternehmens City Labs.
Der Satellit verfügt über zwei Energiesysteme. Der Bus wird konventionell von Solarpaneelen versorgt. Für die Nutzlast gibt es aber eine zweite Energiequelle, die mit der NanoTritium-Technik arbeitet.
Wie "heise online" berichtet, basiert diese Technik auf dem Zerfall von Tritium. Das radioaktive Wasserstoffisotop emittiert Betateilchen, die auf einen Halbleiter treffen und so Strom erzeugen.
Die Idee dahinter: Die Nuklearbatterie springt ein, wenn die Solarpaneele keinen Strom liefern. Das passiert etwa, wenn sich der Satellit im Erdschatten befindet oder ein Raumfahrzeug einen Mondkrater erkunden soll.
"Das ist ein historischer Schritt für die kommerzielle Atomenergie im Weltraum", sagte City-Labs-Chef Peter Cabauy. Die Technik ermögliche einen Dauerbetrieb, der nicht durch Sonnenlicht oder Akkulaufzeit eingeschränkt sei.
Im Gegensatz zu anderen Nuklearsystemen in der Raumfahrt gilt die Tritium-Batterie als vergleichsweise sicher. Tritium hat eine Halbwertszeit von nur 12,32 Jahren und zerfällt zu stabilem Helium-3.
Die Systeme arbeiten laut City Labs mit extrem niedrigen Strahlungswerten. Ein Szenario wie beim sowjetischen Satelliten Kosmos 954, der 1978 über Kanada abstürzte und radioaktive Trümmer verteilte, ist damit unwahrscheinlich.