Seit Wochen steht Marius Borg Høiby vor Gericht. In 38 Punkten ist er angeklagt, darunter mehrere Vergewaltigungsvorwürfe. Während am Amtsgericht über Schuld oder Unschuld verhandelt wird, rückt nun auch seine finanzielle Situation in den Fokus und die wirft Fragen auf.
Am Donnerstagmorgen erklärte Marius vor Gericht, warum er bei einer Party keinen Alkohol bezahlen konnte: "Ich hatte 13 Kronen auf meinem Konto." Eine Aussage, die selbst erfahrene Prozessbeobachter aufhorchen ließ. Denn umgerechnet
Wie kann der Sohn der norwegischen Kronprinzessin praktisch mittellos sein? Gegenüber BILD erklärte Jonas Jørstad, leitender Redakteur des Magazins "Se og Hør", dass Marius’ finanzielle Lage schon länger angespannt gewesen sei. Steuerunterlagen für 2024 weisen demnach ein Jahreseinkommen von lediglich 48.065 norwegischen Kronen aus – umgerechnet rund 4.300 Euro.
In einer polizeilichen Vernehmung habe Marius zudem angegeben, über einen längeren Zeitraum monatlich etwa 20.000 Kronen von Kronprinz Haakon und seiner Mutter erhalten zu haben. Eine offizielle Apanage bezieht er jedoch nicht. Feste Arbeitsverhältnisse mit stabilem Einkommen hatte er ebenfalls nicht.
Das Bild wirkt widersprüchlich. Denn öffentlich lebte Marius lange auf großem Fuß: Luxusreisen, Champagner-Partys, teure Uhren, Fotos mit Geldscheinen. Laut Zeugenaussagen soll er zeitweise sogar über eine Kreditkarte von Kronprinz Haakon verfügt haben. Auch seine zuletzt bewohnte Wohnung in Oslo war alles andere als günstig – wer die Miete zahlte, blieb unklar.
Als Marius kürzlich versuchte, die Veröffentlichung eines Enthüllungsbuches über ihn gerichtlich zu stoppen, sprang schließlich seine Großmutter ein. Marit Tjessem (88) übernahm Prozesskosten von rund 45.000 Euro.
Brisant wird die finanzielle Lage auch mit Blick auf mögliche Schadenersatzforderungen. Mehrere mutmaßliche Opfer verlangen Schmerzensgeld. Anwältin Heidi Reisvang, die einige der Frauen vertritt, erklärt: "Es geht um Einkommensverlust und um Entschädigung für das erlittene Leid."
Sollte Marius tatsächlich mittellos sein, müssen seine Eltern nicht automatisch einspringen. "Es handelt sich um eine persönliche Forderung", erklärt der Rechtsanwalt Patrick Lundevall-Unger. In solchen Fällen greift in Norwegen die staatliche Opferentschädigung. Bei einer Vergewaltigung liegt diese aktuell bei rund 250.000 Kronen – etwa 22.000 Euro – pro Fall.
Der Prozess läuft noch bis Mitte März. Über Marius’ Schuld wird das Gericht entscheiden.