Was damals wie eine harmlose E-Mail klang, sorgt heute für Entsetzen. Im November 2010 schrieb Sarah "Fergie" Ferguson (66) an Jeffrey Epstein: "Jetzt bist du dran! Alles Liebe" – und stellte damit ihr eigenes Patenkind dem verurteilten Sexualstraftäter vor.
Sie soll die junge Frau für einen Job an den Unternehmer vermittelt haben. Zu diesem Zeitpunkt hatte Epstein allerdings gerade frisch eine Haftstrafe wegen sexuellen Übergriffen auf Minderjährige abgesessen. Trotzdem schickte die damalige Herzogin von York die damals 22-jährige Poppy Cotterell zu ihm in Epsteins Villa nach New York, wie aus neuen Unterlagen des US-Justizministeriums laut "The Sun" hervorgeht.
Besonders pikant: Poppys verstorbene Mutter Carolyn war eng mit Ferguson befreundet. Sie war nicht nur ihre Hofdame, sondern auch Patin von Prinzessin Beatrice (37). Umso schockierender ist es, dass Ferguson ihr Patenkind einem Mann vorstellte, der bereits als Sexualstraftäter verurteilt worden war.
In der E-Mail übermittelte Ferguson Epsteins Team die Kontaktdaten der jungen Frau, die als Praktikantin anfangen wollte, und schrieb dazu: "Jetzt bist du dran! Alles Liebe." Kurz darauf soll Epstein ihr ein Jobangebot unterbreitet haben. Außerdem war anscheinend eine Spende von 100.000 Dollar im Namen von Poppy an eine Kinderhilfsorganisation geplant. Das erinnert an Epsteins bekannte Masche: Großzügigkeit zeigen, Nähe herstellen, Einfluss gewinnen.
Epstein fragte in internen E-Mails nach: "Was weißt du über Poppy? Gute Wahl? Keine gute Wahl?" Die Rückmeldung war eindeutig: Sie sei "äußerst intelligent und auch sehr hübsch".
Poppy Cotterell, heute 38 und als Psychotherapeutin in London tätig, erklärte gegenüber der "Sun on Sunday", sie habe sich nur für eine Stelle zur Betreuung der Kunstsammlung interessiert. Von einer geplanten Spende in ihrem Namen habe sie nichts gewusst. ZUr Zusammenarbeit kam es dann aber durch ihre Ablehnung scheinbar doch nicht.
Aus den Unterlagen geht außerdem hervor, dass Ferguson Epstein später zur Rede stellte, weil er einem Mann, für den sie sich interessierte, Treffen mit einer 21-Jährigen vermittelt hatte. Eine Doppelmoral, die viele jetzt sprachlos zurücklässt.