Nach Kreuzfahrt

Österreicher saß im selben Flieger wie Hantavirus-Tote

Nachdem eine Niederländerin in Johannesburg an den Folgen des Hantavirus-Ausbruchs gestorben war, beschäftigt der Fall nun auch Österreich.
Newsdesk Heute
13.05.2026, 16:03
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Der Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff "MV Hondius" zieht immer weitere Kreise – und beschäftigt mittlerweile auch die österreichischen Behörden. Nun gibt es auch eine Spur nach Wien-Schwechat.

Bekannt wurde zunächst, dass die Ehefrau eines Niederländers auf der Insel St. Helena an Land gegangen war, nachdem ihr Mann mutmaßlich infolge einer Infektion mit dem Virus gestorben war. Bei dem Toten soll es sich um einen 70-jährigen Vogelbeobachter handeln, der als "Patient 0" identifiziert wurde. Die Frau und der Leichnam ihres Mannes wurden danach nach Südafrika geflogen.

Wie "Heute" erfuhr, kam es Flughafen in Johannesburg während des Boardings eines Fluges nach Wien zu einem möglichen Kontakt eines Österreichers mit der infizierten Frau. Diese hatte bereits ihren Sitzplatz eingenommen, musste die Maschine aber noch vor dem Start wieder verlassen, nachdem sich ihr Gesundheitszustand rasch verschlechtert hatte. Noch am Flughafen-Areal brach die Frau zusammen und starb kurz darauf ebenfalls.

Mann gilt als "Niedrigrisiko-Kontaktperson"

Laut Gesundheitsministerium befand sich ein österreichischer Staatsbürger unweit von der infizierten Person entfernt. Der Betroffene gilt als Niedrigrisiko-Kontaktperson, wurde informiert und zeigt bislang keine Symptome. Eine tatsächliche Ansteckung sei nach aktuellem Wissensstand "äußerst unwahrscheinlich". Zwei weitere Passagiere aus dem betroffenen Bereich reisten von Schwechat aus weiter und befinden sich nicht mehr in Österreich.

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Hantavirus - was du jetzt wissen musst

▶ Typische Übertragung: In der Regel durch Einatmen von aufgewirbeltem, viruspartikelhaltigem Staub (Kot, Urin, Speichel von Mäusen).

Ausnahme Andes-Virus: Nur bei diesem spezifischen Hantavirus-Typ wurde eine Übertragung zwischen Menschen nachgewiesen.

Mensch-zu-Mensch-Übertragung: Primär bei sehr engem, längerem Kontakt mit Infizierten, oft im familiären Umfeld oder bei der Pflege.

▶ Ansteckungsfähigkeit: Infizierte Personen mit dem Andes-Virus können bereits ab Beginn leichter Symptome ansteckend sein.

Symptome: Plötzlich hohes Fieber, Kopf-/Gliederschmerzen, Nierenprobleme.

Inkubationszeit: Meist 2 bis 4 Wochen, in einigen Fällen nur fünf Tage.

Gefahr: Schwere Verläufe mit Nierenversagen möglich, aber selten.

Behandlung: Erfolgt rein symptomatisch, da keine spezifischen antiviralen Medikamente zur Heilung existieren.

Außerhalb des Kreuzfahrtschiffs wurden mehrere Kontaktpersonen ausfindig gemacht. Einige entwickelten Symptome, testeten bislang aber negativ. Österreich verschärft nun die Meldepflicht: Verdachts- und Erkrankungsfälle von Mensch zu Mensch übertragenem Hantavirus müssen künftig sofort an die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde gemeldet werden.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 13.05.2026, 18:25, 13.05.2026, 16:03
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