"Es tut uns sehr leid!"

Österreicherin wartete Stunden im Spital auf Heimfahrt

Eine 80-jährige Rollstuhlfahrerin musste nach ihrer Entlassung aus einem steirischen Spital mehr als sieben Stunden auf den Heimtransport warten.
André Wilding
03.02.2026, 10:26
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Eigentlich hätte es ein ganz normaler Heimweg werden sollen. Doch für eine 80-jährige Grazerin wurde die Entlassung aus dem Krankenhaus kurz vor Weihnachten zur Geduldsprobe. Die Frau, halbseitig gelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen, wartete stundenlang auf ihren Krankentransport. Über den Fall berichtet am Dienstag die "Kronen Zeitung".

Die Pensionistin war wegen eines grippalen Infekts mehrere Tage im Spital. Als sich ihr Zustand besserte, wurde sie am 17. Dezember entlassen. Gegen 13 Uhr wurde ihr mitgeteilt, sie solle sich für die Heimfahrt bereithalten. Der Transport wurde angemeldet, die Frau wartete im Rollstuhl. Doch es passierte nichts.

"Waren fix und fertig"

Erst spätabends kam sie schließlich nach Hause. Insgesamt betrug die Wartezeit sieben Stunden und 17 Minuten.

Besonders belastend war die Situation auch für ihren Mann, selbst über 80 Jahre alt. Er schildert in der "Krone": "Ich habe den ganzen Nachmittag telefoniert und nachgefragt, wann ein Transport bereitsteht. Am Abend waren meine Frau und ich beide fix und fertig." Das Ehepaar lebt in einem Haus ohne Lift.

"Das letzte Stockwerk bei uns ist ohne Lift. Wenn meine Frau besser beieinander ist, schafft sie ein Stockwerk mit meiner Hilfe, ich trage dann den Rollstuhl rauf", erzählt der Mann gegenüber der Tageszeitung. Nach der Erkrankung war das jedoch nicht möglich, ein Krankentransport war notwendig.

"Das ist unentschuldbar"

Beim steirischen Roten Kreuz zeigt man sich reumütig. "So etwas darf nicht passieren, das ist ein No-Go!", heißt es auf Nachfrage der "Krone". Man habe den Fall geprüft und bestätigt, dass die Wartezeit mehr als sieben Stunden betrug. "Das ist eigentlich unentschuldbar."

Als Grund nennt die Rettungsorganisation die angespannte Personalsituation kurz vor Weihnachten. Krankenstände hätten zu Engpässen geführt, die Einsatztage seien besonders intensiv gewesen. Rücktransporte würden in solchen Situationen nach hinten gereiht. Warum dieser konkrete Fall nicht vorgezogen wurde, werde nun intern überprüft, heißt es.

"Es ist ein Einzelfall, aber einer zu viel. Es tut uns sehr leid!", betont das Rote Kreuz gegenüber der "Krone". Bei dem Ehepaar habe man sich inzwischen persönlich entschuldigt.

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